Pai January 26, 2018

Ein wunderschönes charmantes Hippie Dorf, versteckt hinter 762 Kurven

Wunderschöne beindruckende Landschaft des Canyon in Pai. Grossartige Bilder vom Drohnenflug.
Pai Canyon in Thailand

 

Fünfter Stopp unserer Weltreise als Backpacker 

January 26 - 31 , 2018 Pai, Thailand

 

Unterkunft

Gebucht: Airbnb

Kanravee Guesthouse 1 Bungalow 12

Pai, Thailand, Mae Hong Son 58130, Thailand

CHF 15.90 pro Nacht & eine verlängerte Nacht für 12.-

 

Anreise 

Je 200.- Baht, CHF 6.- Mini Van Abholung direkt vor dem Guesthouse.

Nur wenig Gepäck transportierbar.

Der Weg über den Hügel mit den berühmten 762 Kurven, denen bisher nicht jeder Magen getrotzt hat. 

 

Reisezeit: ca. 3 Stunden 

Reisekosten insgesamt: CHF 12.- für zwei Personen.

 

Themen

  • Anreise nach Pai - 762 Kurven - please don't vomit!
  • Bloggen um bewusster Wahrzunehmen
  • Unsere gebuchte Unterkunft erkämpft
  • Die einmalige Hippie Walking Street
  • Jungle Party und Drogenbericht
  • Pai Canyon - eine sagenhafte Aussicht
  • The Land Split und Wasserfälle
  • River Floating mit Handyverlust
  • Neue Tattowierung bei Cross Tattoo

Anreise nach Pai - 762 Kurven

Als wir um 13:00 Uhr in den Mini Van einstiegen, war uns nicht genau bewusst, was uns erwarten wird. Von Pai haben uns Reisende nur positives berichtet, es sei ein kleines Hippie Dorf, was ganz spezielles. Der Weg dorthin sei nicht so toll, die vielen Kurven setzen einem zu. Der Mini Van hat auch nicht viel Platz, darum darf man nur wenig Gepäck mitbringen. Wir haben nur das Nötigste in unsere bunte Plastiktasche mit Reissverschluss gepackt und betraten damit den Mini Van, mit gut zehn anderen Passagieren. 

Ich habe mich darauf gefasst gemacht, während dieser Fahrt weder zu lesen, noch an meinem Blog arbeiten zu können, wofür solche Fahrten eigentlich vorgesehen wären, aber mein Magen würde dies nicht mitmachen. Die schlimmsten Achterbahnen hält er aus, aber wehe ich besteige ein wackelndes Boot oder schaue während der Autofahrt auf mein Handy, dann ist es vorbei. Ich hasse es, wenn mir übel wird, mein Körper bekommt Hitzeschübe, Schweissausbrüche und mein Kinn wird schwer, macht sich zum erbrechen bereit.

 

Ich beendete nur am Anfang der Fahrt noch mein Video zu unseren Chiang Mai Erlebnissen und lud es mit Simon's Hotspot über sein Thai Datenpaket hoch. Es dauerte nicht lange und die Kurven hatten noch nicht mal begonnen, aber im Wissen um die immer zu starken Klimaanlagen in Bussen, hatte ich mich zu warm angezogen und begann bereits zu schwitzen und ja mir war schlecht.

Ich legte das Handy zur Seite und konzentrierte mich den ganzen blöden Weg nur auf die Strasse, damit mein Körper nicht von den unvorhersehbaren Bewegungen überfordert wurde, während Simon unbeeindruckt am Laptop arbeitete. 

 

In der Hälfte des Weges hielten wir an. Halleluja! Ich torkelte benommen und geschwächt von meiner Übelkeit zur Toilette und fand über dem Becken diese Botschaft angebracht. 

Please don't vomit into the sink

Bitte nicht ins Waschbecken kotzen! 

 

Ich denke das sagt schon alles zu dieser Fahrt. Sofort fühlte ich mich besser, nicht mehr so alleine, es geht also vielen so! Als ich zurück kam, hatte Simon uns Coca Cola und Chips gekauft, untypisch für uns, aber in dem Moment genau das Richtige. 

Als die Pause vorbei war, ging ich zum Fahrer um zu fragen, ob ich mich nach vorne setzen dürfte. Dadurch konnte ich bestens auf die Strasse sehen und mir wurde nicht mehr so übel. Dafür konnte ich deswegen seinen Fahrstil bestens beobachten und während der Rest der Gruppe hinten im Wagen langsam weg döste, schlug mein Herz als müsste ich mich nochmals irgendwo abseilen lassen. 

 

Die Strasse war übersät von Achtung Kurve-Schildern, und es ging von links nach rechts, nach wieder links und rechts, aber nie mehr geradeaus.

Ich konnte erkennen, dass der Fahrer diese Strasse kannte wie seine Westentasche, trotzdem schluckte ich bei einigen Überholmanövern leer. 

Manchmal fuhr er den Autofahrern vor ihm so nahe auf, dass ich mit beiden Füssen gegen den Boden drückte, im unbewussten Irrglauben, ich könnte den Wagen damit abbremsen. Wenn sich Lastwagen vor ihm aufhielten, überholte er auch schon mal über zwei Kurven hinweg.

Roller, Hunde, Hühner und sogar Kühe befanden sich am Strassenrand und mussten mit gewagten Manövern umgangen werden. Dabei fragte ich mich warum am Strassenrand nicht die unzähligen Totenkreuze angebracht worden waren für all die Lebewesen, denen dieser Weg wohl das Leben vorzeitig ausgelöscht hatte.

 

Mit der Zeit gewöhnte ich mich an die Erlebnisse der Fahrt und fing auch an weg zu treten, wie der Rest der Mitreisenden hinten im Van. Zwei Mal erwachte ich durch das aufgebrachte Hupen unseres Fahrers, weil sich ein Wagen auf unserer Strassenseite bei einem Überholmanöver befand.

Ich sass mit aufgerissenen Augen im Stuhl und versuchte all das Erlebte, all diese quasi Nahtoderlebnisse in meinem Kopf in Sätze zu formulieren, um sie bald niederschreiben zu können.

Bloggen um bewusster wahrzunehmen

Während ich mich auf all die Kurven, Schilder, Pflanzen und Tiere achtete wurde mir bewusst, dass Bloggen aufmerksamer macht. Es gibt Einige die äussern man solle die Reise doch lieber für sich geniessen, anstatt es mit der ganzen Welt teilen zu wollen. Bestimmt hat es Vorteile nicht zu bloggen oder sich gar auf Social Media Netzen herum zu treiben. Bloggen ist aufwendig und öffentlich, das gefällt nicht jedem.

Wir aber hatten uns zuvor viele Gedanken darüber gemacht, ob wir diese Reise völlig intim für uns antreten oder ob wir sie teilen wollten. Da wir grundsätzlich schon in Fotos vernarrt sind und unserem ganzem Umfeld an jedem Event mit unserer Knipserei auf die Nerven gingen, lag es nicht fern dies auch auf unserer Reise zu tun. Wir halten die Momente einfach gerne fest.

 

- Jeder Moment den man nicht auf Bild hat, ist ein vergangener Moment -

 

So sass ich still in Gedanken auf dem Beifahrersitz, niemand sprach, und ich versuchte alles genau aufzunehmen was ich sah und fühlte um es in Worte zu formulieren. Ich nahm so vieles bewusster auf, völlig konzentriert im hier und jetzt, ich gab allem was ich sah und fühlte damit einen Namen und es gravierte sich in mein Hirn ein und verweilte dort langanhaltend. Bloggen hilft mir tatsächlich alles andere auszuschalten, man kann es sogar als Meditation betrachten. Ich finde es faszinierend. 

Mir gefällt auch der Gedanke, dass ich später jederzeit nachlesen kann was wir auf dieser Reise erlebt haben, wenn meine Erinnerungen vielleicht bereits verblassen, und womöglich besteht unsere Geschichte so auch noch nach unserem Dasein.

Pai - unsere Unterkunft

Wir kamen endlich in Pai an, es war so ein 'ich möchte den Boden unter meinen Füssen küssen' Moment und wir waren dankbar noch am Leben zu sein. Wir gingen nur wenige Minuten zu Fuss die Strasse entlang und kamen gleich bei unserer Unterkunft, dem Guesthouse Kanravee an.

 

Eine Dame begrüsste uns, schien aber kein Wort Englisch zu verstehen und wir zeigten ihr unsere Buchungsbestätigung im Email von Airbnb. Sie führte uns zu einem kleinen violetten Reihenzimmer und zeigte es uns. Simons Augenbrauen senkten sich schlagartig und er erklärte ihr scharf, dass das nicht das holzige Bungalow sei, welches wir gebucht hatten. Wir seien explizit nur wegen diesem Bungalow hier, und wir hätten sonst etwas anderes gebucht. Wir gingen zurück und eine ältere Dame, die Inhaberin, kam uns entgegen. Sie sprach besser Englisch und erklärte uns nun gekünstelt wohlwollend, dass das Zimmer, welches wir gebucht hatten, für uns nicht geeignet sei, da Simon viel zu gross sei.

 

Interessant, dachte ich mir; die wussten also bereits vor unserer Ankunft, dass Simon 1.89m gross ist. Die hellseherischen Fähigkeiten der Thailänderinnen waren durchaus beindruckend. 

 

Wir bestanden darauf das holzige Haus sehen zu können und selbst zu entscheiden, wo wir schlafen werden. Sie führte uns umgehend und beschwichtigend lachend zu dem Haus. Es war wirklich klein!

Die Stühle vor dem Haus waren für Zwerge gemacht, doch Simon war das egal. Er hatte dieses Haus ausgesucht und es hatte viel mehr Charm als die violetten Beton-Reihenzimmer. 

Ich wollte es aber noch von innen sehen, da zögerte die ältere Dame.

Ich wiederholte mich, woraufhin sie uns das separate Bad zeigte. Als ich mich deutlicher wiederholte, erklärte sie uns, dass sie das Zimmer noch für uns vorbereiten muss. 

 

Ich erklärte ihr daraufhin, dass es vonnöten sei es zuerst von innen zu sehen, erst dann würden wir uns entscheiden. Endlich öffnete sie das Zimmer und es war bewohnt. Zu zweit fingen sie an das Zimmer zu räumen, immer noch lächelnd und ständig wiederholend wie gross Simon doch sei, sie hätten es nur gut gemeint. In fünf Minuten war alles draussen, das Bett frisch bezogen und der Boden kurz feucht aufgenommen.

Für so etwas bezahlt man dann auch noch 'cleaning fee'. 

Endlich waren wir angekommen und das Haus gefiel uns, obwohl es einen etwas bitteren Beigeschmack hatte.

Früchte, Smoothies, Shakes, Mango, Papaya, Banane, Melonen, Markt Shooping Hippe Stände in Pai Thailand.
Marktstand an der Walking Street in Pai.

Pai - Walking Street

Sogleich machten wir uns auf Pai zu erkunden, zurück zu der Strasse wo man uns ausgeladen hatte und alles weiter gerade aus. Nach etwa zehn Minuten kamen wir an der Walking Street an, auch unterwegs gab es schon kleine private Stände die Getränke oder Früchte verkauften.

An der Kreuzung zur Walking Street sprachen uns zwei hellblonde Schwedinnen an und fragten nach dem Weg zur 'Why Not Bar'.

Sie wollten dort Tickets für die Dschungel Party kaufen. Simon war sofort hellhörig und sah auf dem Google Map nach dem Bar Standort. Getrennt von den Frauen schlenderten wir in die Richtung der Bar und waren fasziniert von diesem Ort. Völlig euphorisch stellten wir fest, wie hier die Liebe zum Detail siegte. Jede noch so kleine Bar oder schmuckes Cafe war stillvoll und charmant eingerichtet. Es gab unzählige Hippie und Mode Kleider Läden mit gewagten Designs, welche zum Teil von Frauen in Burkas verkauft wurden, die einem freundlich und offen anlächelten. Auf ausgelegten Tüchern am Boden wurden selbstgemachte Schmuckstücke und Bilder verkauft oder Haare geflochten. Die Essenstände waren unglaublich vielseitig und überragend gut, im Vergleich zum bisherigen Essen in Thailand. Alles war sauber und bezaubernd schön, wir waren verliebt in Pai.

 

Als wir draussen standen mit unseren kostbaren Essenstückchen, tippte uns auf einmal jemand an. Es war Flo aus Deutschland den wir in Bangkok in einer Bar kennen gelernt hatten. Dort sass er da mit zwei anderen am Rundtisch und ich versuchte heraus zu hören welche Sprache sie sprachen. Tatsächlich waren es zwei Schweizer und Flo. Die eine Schweizerin hatte Simon sogar wenige Monate zuvor an einem phänomenalen Festival  in Burgund namens Captains Rave kennen gelernt, wie sie sich im gemeinsamen Gespräch auf einmal erinnerten. Mit allen hatten wir an dem Abend noch Facebook ausgetauscht und sie seither nicht mehr gesehen.

 

Nun stand Flo neben uns - in Pai - völlig überraschend. Wie klein die Welt doch ist, selbst in Thailand. In Bangkok wussten wir noch nicht mal, dass es uns noch nach Pai ziehen würde. Wir sprachen ein paar Worte, er zeigte uns sein Bamboo gestochenes, neues Tattoo und danach trennten sich unsere Wege auch schon wieder. Wir würden ihn aber bereits am gleichen Abend und in den nächsten Tagen immer wieder antreffen. So entstehen kleine Traveler Freundschaften.

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Why not bar Ticket-Verkauf für die Electric Jungle Party.

Electric Jungle Party

Simon überzeugte mich mal wieder an die Jungle Party zu gehen mit Worten wie; 'wir sind hier um Erfahrungen zu sammeln und wann haben wir wieder eine Chance so etwas zu erleben?'

Morgen dachte ich, da ist Samstag! Ich war müde von der Anreise und misstraute es grundsätzlich irgendwo im Dschungel von Thailand abgeladen zu werden, ohne zu wissen was mich da erwarten würde, wie kalt oder heiss es wird und ob wir zum gewünschten Zeitpunkt auch wieder weg kamen, ohne horrende Preise für Taxis zu bezahlen, die am längeren Hebel waren.

 

- no risk - no fun

 

Wir zogen uns in unserer Hütte warm an, weil es bereits nach 18:00 Uhr ziemlich abgekühlt hatte und nahmen unsere wärmsten Sachen mit. Zurück an der Walking Street liefen wir Richtung 'Why Not Bar' als uns Lizzy entgegen kam, die wir zuvor betrunken bei einem Tattowierer sitzend kennen gelernt hatten. Sie war geschätzte 20 Jahre alt und hatte diverse unzusammenhängende Tattoos überall auf dem Körper. Soeben liess sie sich das dritte dieser Woche stechen, für gerade mal je 500.- Baht, CHF 15.-.

Es waren Namen im Scrabbel Format der Menschen die sie auf ihrer Reise kennen gelernt hatte.

 

- Sie wird sich mit fünfzig Jahren bestimmt noch darüber freuen, Namen von Menschen auf ihrem Körper zu tragen, mit denen sie wenige Tage ihres Lebens verbracht hatte! Aber wer weiss das schon... muss ja schliesslich jeder selber wissen.

 

Lizzy fiel uns betrunken um den Hals und bot uns ein Getränke namens SangSom an, ein Thailändischer sehr bekannter und beliebter Rum, der vor Ort aber als Whisky verkauft wird. Das war unsere erste Begegnung damit und uns sollte noch auffallen, dass den hier alle tranken, mit allem möglichem gemischt, denn vor allem war er billig.

Sie sagte sie ginge rasch Geld holen und danach ginge sie zu dem Songthaew der sie zur Jungle Party bringen würde. Wir meinten wir sind auch auf dem Weg dorthin, worauf sie uns vorschlug an der Bar auf sie zu warten.

Wir entschieden uns dort schon einmal ein Cocktail zu bestellen und stellten fest, dass diese relativ teuer und mit kaum spürbaren Alkohol ausgegeben wurden. 

 

So entschieden wir uns kurzerhand eine kleine Smirnoff Vodka Flasche zu kaufen und in meinen Beutel zu legen und für den Weg zwei Full Moon Sprudel mitzunehmen. Als wir zu den Songthaew zurück kamen sahen wir Lizzy einen Wagen besteigen und für je 50.- Baht, CHF 1.50 stiessen wir dazu. Sie war bereits in dem Zustand, in welchem sie uns auf 1,5m Entfernung nicht mehr erkannte und so unterhielten wir uns mit einem Amerikaner mit Sonnenbrille und seiner Englischen Freundin, welche sich in Thailand erst kennen gelernt hatten. 

Sie waren gut drauf und schoben sich gegenseitig etwas in den Mund was wir zuvor noch nie gesehen hatten. Er erklärte uns das seien Magic Mushrooms in Schokolade verarbeitet und die seien geläufig in Seattle wo er her kam. 

Ein Typ ca. 40 Jahre alt mit etwas wie einem Zirkus Hut auf sass neben ihnen und fragte gleich ob jemand Extasy benötige, denn er verkaufe das Zeug. Ich lachte, noch nicht mal an der Party angekommen und alle waren bereits auf Drogen, das kann ja heiter werden.

 

Nach ca. 15 Minuten kamen wir beim Gelände an, die Fahrt war stimmungsvoll gewesen und die herbei schallende Musik versprach einen guten Abend. Ich stopfte die Vodka Flasche in die Mitte meines Beutels, wo sie von aussen nicht antastbar war. Wider meines Erwartens standen beim Eingang tatsächlich Sicherheitsmänner die einem kontrollierten. Ich hielt ihm den Beutel hin und sagte irgendwas fragend in Englisch. Er hielt den Beutel einen Moment, sah mich an und gab ihn mir unkontrolliert zurück. Genau das dachte ich mir, sogar mir ist es oft zu blöd in dem ollen Sack zu graben und er war randvoll mit warmen Klamotten.

 

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Beleuchtete Palme an der Pai Electric Jungle Party.

Wir bezahlten je 250.- Baht Einritt, CHF 7.50 und gingen hinein. Viel merkte man eigentlich nicht davon, dass man sich im Jungle befand. Das Gelände war geräumig und die paar Palmen dazwischen war hübsch und bunt beleuchtet. 

Zwischen dem Eingang bis zum Gelände gab es einen Tunnel mit Neon Röhren und Zeichnungen darin, ganz im Goa Style.

Die Musik war allerdings ganz was anderes als Goa oder Psychedelic. Electriconic Music kann ja ganz schön viel sein, aber um dem ganzen einen Namen zu geben, es lief EDM.

 

EDM würde ich bezeichnen ist Radio Musik mit elektronischem Beat gemixt und sehr kommerziell. Wahrscheinlich ziemlich die Musik, welche die heute 20-jährigen hören und ich übrigens auch.

Klar mag ich auch mal House, Deep House, Tech House, sogar Dubstep. Aber allem voran liebe ich Vocals in der Musik.

Wenn es nur noch 'boom boom' macht hat es für mich kein Herz in der Musik. 

 

Liegt wohl auch daran, dass mein Herz ursprünglich für Hip Hop, R'N'B und Rap schlug und nur langsam zum elektronischen überging.

 

Auf dem Gelände unten gab es rechts vom Tunnel diverse Essenstände mit Burgern oder paniertem Huhn, links und rechts von der DJ Bühne waren Bars und am Rande sassen Leute und machten Feuershows oder spielten mit anderen leuchtenden Gegenständen.

Wir verschlangen ein Huhn für 60.- Baht, CHF 1.80 und gingen zur Bar, wo Simon uns zwei Ananas Säfte holte, in die wir den Vodka kippten. Im Gegensatz zu den Cocktails zuvor, haben diese Drinks funktioniert. Der Vodka reichte für je zwei Drinks für uns beide und wir waren damit gut angeheitert. 

Wir drängten uns unter die tanzende Menge und hatten massenhaft Spass. Wir trafen auf bekannte Gesichter von der Fahrt hin zum Jungle und lernten durch diese Leute immer wieder neue kennen. Über kurz oder lang sprachen uns diverse Leute an ob wir Drogen kaufen wollten oder eventuell verkaufen würden. Egal mit wem man sprach, die grosse Menge war auf irgendwelche Drogen oder suchte noch danach.

Lizzy kam an, hatte ihre Stimme verloren, dafür eine Typen zum knutschen gefunden und winkte gleich wieder ab, sie sei auf der Suche nach Extasy. 

 

Die Szenerie erstaunte mich dann doch.. Waren wir nicht in Thailand, dem Land in dem es heute noch Todesurteile gibt für Drogenmissbrauch? Waren die Medien nur zu aufgeblasen oder all die Touristen zu leichtsinnig? In Bali wurden uns auch andauernd Drogen auf der Strasse angeboten, mehrmals pro Tag und Strasse, dort aber sagt man, würden sie oft mit der Polizei zusammen arbeiten. Sobald man dem Kauf zusagt, wartet um die nächste Ecke der korrupte Polizist der dann die Hand aufhält. Von Thailand hatte ich ähnliches gehört. Aber ganz allgemein sah man nicht viele Thailänder an der Jungle Party, es war eine Touristen Attraktion. Die paar Standverkäufer, Barkeeper und sehr wenige Sicherheitsangestellte waren so sehr in der Unterzahl, dass man nicht den Verdacht hatte, hier werden Drogen verkauft um Bussen zu verteilen.

 

Hier wurden Drogen im hohen Mass konsumiert um Spass zu haben. Das schien hier in Pai, zumindest im Jungle, zu funktionieren, aber um nochmals mit Nachdruck darauf hinzuweisen; 'Für das importieren von kleinen Mengen Drogen, wie auch nur eine einzige Pille, kann man gerne 15 Jahre Gefängnisstrafe in Thailand erhalten. Für die Produktion, Import, Export oder den Handel mit Drogen steht die TODESSTRAFE!'

 

Ich würde niemandem empfehlen dieses Risiko einzugehen, denn wird man erst mal erwischt bleibt oft der einzige Ausweg den Beamten zu bestechen. Anscheinend sind einige Beamten in Thailand so bereits zu viel Geld gekommen, darum häufen sich die willkürlichen Kontrollen je länger desto mehr. Das noch nicht einmal um die Drogen, die es in Thailand anscheinend reichlich gibt,  zu verbannen, sondern tatsächlich mehr um Bestechungsgelder dafür zu erhalten. Seid vorsichtig!

 

Wir hatten auch drogenfrei unseren Spass (ja ich weiss, Alkohol ist nichts Anderes als eine legale Droge) und hatten eine Menge tolle Gespräche mit Leuten die wir frisch kennen gelernt hatten. Ein Typ erzählte uns er sei mit seiner Freundin seit sieben Jahre zusammen und er trage nun seit einiger Zeit den Verlobungsring in seinem Rucksack. Irgendwann auf dieser Reise würde er ihn ihr geben. Sie stand direkt hinter ihm, konnte unser Gespräch aber nicht hören. Das war irgendwie aufregend, zu wissen was auf sie noch zukommt. Als wir langsam schlapp machten, wollten wir nochmal ein Huhn essen, dessen Preis plötzlich auf 80.- Baht gestiegen war und Simon hielt mir fragend das Rückgeld vor die Nase. Ich hatte langsam genug von der Abzockerei und korrigierte energisch den Preis auf 60.- Baht und obwohl sie behauptete es liege daran, dass das Stück grösser sei, gab sie im selben Atemzug das passende Rückgeld heraus. Auch hier wird den Betrunkenen das Geld wenn möglich aus den Taschen gezogen.

Manchmal sind wir in dem Land nicht mehr als wandelnde Geldbeutel.

 

Um 2:00 Uhr gaben wir dann auf und suchten uns ein Songtaew welches uns für erneut je 50.- Baht nach Hause brachte. Auf der Rückfahrt sprachen wir mit jeder Menge netter Leute, die uns freundlicherweise noch darauf hinwiesen, dass Simon's Hose im Schritt gerissen war.

 

Fazit - Eine nette Party mit vielen netten Leuten, die aber wenig von Jungle Feeling an sich hatte.

Hose kaputt an Party, auf dem Heimweg, alle lachen, amüsieren sich, Jungle Party Pai Ende
Simon's Hose ist im Schritt gerissen.

New Friends

Am nächsten Abend wieder in der Walking Street in Pai assen wir an einem Stand köstliche Bruscettas und kamen mit ein paar Holländern ins Gespräch, die sich mit Kanadiern über Magic Mushrooms unterhielten. Holländer sind ja bekanntlich Profis bei dem Thema, da diese Substanz mehr oder weniger legal ist in ihrem Land und tatsächlich in öffentlichen Shops gekauft werden können, genau wie Marihuana. 

 

Wir verweilten mit dieser Bande angeregt plaudernd geschätzte zwei Stunden neben dem einen Stand und entschieden uns dann allesamt unseren Spass in eine Bar weiter zu verlegen. Wir hatten einen wundervoll freundschaftlichen Abend mit allen und wollten sie auf jeden Fall wieder treffen.

Pai Canyon

 

Am nächsten Morgen hatten Simon und ich vorgesehen den Pai Canyon zu entdecken und holten uns einen Roller für 140.- Baht, CHF 4.20 für den ganzen Tag. Die Fahrt führte einen Hügel hinauf, durch eine schöne palmenbedeckte Landschaft, an einem weisen Buddha vorbei und vielen kleinen süssen Holzhüttchen. Die ganze Fahrt bis hin zum Canyon haben wir mit der Insta360 One in 360 Grad Optik aufgenommen. Mit einer Virtual Reality Brille kann man somit die ganze Fahrt selbst betrachten und real miterleben, wo immer man auch gerade hinschaut.

Ohne bestimmte Brille kann man mit der Maus oder dem Finger immer zu dem Punkt hin ziehen, den man gerade betrachten möchte.

 

Beim Canyon angekommen, befanden sich ein paar nette Stände mit Früchten, Smoothies und anderem Essen. Man ging ein paar Treppen hinauf und die Temperatur und der Anstieg machte einem bereits zu schaffen. Es fühlte sich an als müsste man eine Wüste durchqueren. Oben angekommen, hatte es ein paar schattige Dächer und wenige Touristen. Es war gerade mal möglich zur ersten Klippe zu laufen, damit war der normal zugängliche Rundgang beendet. Nicht sehr spannend.

Tatsächlich aber war es möglich die warmen sandigen Klippen runter zu klettern, aber nicht ganz ungefährlich.

Simon hatte wie meistens gutes Schuhwerk an, seine Turnschuhe. An warmen Tagen trug ich lieber offene Schuhe und somit hatte ich trendige rosegoldfarbene Flip Flops an, was nicht optimal war. Ich machte mich zum Abstieg in den Untergrund des Canyons bereit (Achtung Übertreibung) und zog mir meinen Sarong über den Kopf als Sonnenschutz und die Schuhe aus, um mehr Halt zu haben.

Wundervolle Aussicht vom Canyon in Pai Thailand mit Frau im Vordergrund am posieren.
Stefanie am Pai Canyon.

Du kannst das Video oben anwählen und wie gesagt, selbst den Ausschnitt im Bild anvisieren, den du sehen möchtest. Ganz als wärst du live dabei gewesen, nur dass du auch alles um uns herum ansehen kannst. Probier es aus! 

 

Ich hatte noch nie etwas vergleichbares wie diesen Canyon gesehen und gefühlt. Der Boden war angenehm warm und sandig weich. Als wir hinabstiegen, war es ein kleines Abenteuer, doch es schien als wäre jeder Felsabsatz passend angebracht worden, wo immer man ihn benötigte. Die Sonne brannte immer stärker und jede Person die uns entgegen kam, die keinen Hut trug, hatte sich irgendetwas um den Kopf gebunden. Nach kurzer Zeit ging es eine ähnliche Klippe, aber länger gezogen, wieder hoch. Sie hatte Graben und Furchen in sich, war aber auch gut zu besteigen und es machte mir unheimlich Spass diese Landschaft kletternd zu erkunden.

 

Oben hatte man einen wundervollen Anblick, der sich noch steigerte als wir noch etwas weiter gingen. Wir machten diverse Drohnen-Aufnahmen davon. Falls ihr jeweils mehr Bilder sehen möchtet als hier im Blog aufgeführt sind, besucht unseren Instagram Account twofeelalive.

 

Nach etwa zwei Stunden am Canyon fühlte sich mein Körper aussergewöhnlich an, mir war wohlig warm und ich fühlte mich gut. Mein Körper bekam aber Gänsehaut und ich dachte mir wir hätten uns verbrannt. Langsam gingen wir zurück und erfrischten uns an den Ständen mit Smoothies und kaltem Wasser. Ich würde jederzeit wieder gerne den Canyon besuchen. Beim Sonnenuntergang soll es auch ganz fantastisch sein und es kostet nicht mal in irgendeiner Form Eintrittsgebühr. Ich kann euch einen Besuch nur sehr ans Herz legen!

The Land Split

Frau vor dem Land Split in Pai Thailand. Schild. Riss. Schlucht.
Tha Land Split hinter Stefanie.

Im Jahr 2008 als ein Farmer auf sein Landstück hinaus ging, hatte es in Folge eines Erdbebens einen riesigen Spalt bekommen. Durch diesen 'Landschaden' war es dem Farmer nicht mehr gleichermassen möglich seinem Geschäft nach zu kommen, doch anstelle sich von dem Schicksalsschlag niederringen zu lassen, erfand er sich und sein Geschäft einfach neu. 

Eine geniale nachhaltige Marketingstrategie war erschaffen. Der Riss im Boden gilt als Sehenswürdigkeit in Pai und man kann auch Touren von Chiang Mai aus buchen. Tatsächlich aber findet man einfach einen verwachsenen Riss im Boden an, der aus meiner Sicht nicht wahnsinnig spektakulär ist.

 

Warum es sich aber doch lohnen kann den Ort zu besuchen ist, der Farmer und seine nette Familie schenken einem bei einem Besuch tolle Früchte und Säfte zum probieren, die wunderbar schmecken. Die Roselle Frucht kannten wir bereits von unserem Besuch in Bali und hatten damals Roselle Tee mit nach Hause gebracht. Hier gibt es Säfte die herrlich schmecken, aber noch besser; es gibt einen Roselle Wein!

 

Für alle die gerne fruchtige süsse Weine haben, den müsst ihr probieren, ich hatte nie was vergleichbares zuvor getrunken. Als kleine Wertschätzung haben wir natürlich zwei Fläschchen gekauft.

 

Beim Ausgang befindet sich auch eine Holzkiste, in die man eine kleine Spende geben kann, ganz nachdem was man für angemessen hält.

Falls ihr den Besuch zum Land Split irgendwie verbinden könnt, würde ich vorbei schauen.

Pam Bok Waterfall

Rund um Pai gibt es ein paar Wasserfälle. Nach dem Canyon Besuch blieb uns nicht all zu viel Zeit bis die Sonne unterging, also fuhren wir zum Pam Bok Wasserfall. Nach einem kleinen Abstecher zum Land Split, kamen wir dort an und mussten einen kleinen, steinigen, unebenen Weg hinauf gehen zu zwei Brücken, von denen eine alt und gefährlich, dafür schmucke war und die zweite modern und standfest.

 

Der Wasserfall selbst war nicht besonders schön, dafür staute sich das Wasser unten und man konnte schwimmen, was einige auch taten. Da es aber kurz vor 18:00 Uhr war und hinter den Felsen keine Sonne mehr schien, war es schon arg kühl. Die Leute die aus dem Wasser kamen waren am zittern und so blieben wir lieber trocken. Womöglich wäre der Besuch um einen früheren Zeitpunkt attraktiver gewesen, aber somit muss ich sagen; muss man nicht gesehen haben. Tatsächlich fand ich die Brücke noch spannender.


River Floating - Handy verloren

Am nächsten Morgen assen wir Brunch am schönsten Aussentisch eines kleinen Cafe in der Walking Street und hatten davor gerade den Roller um einen Tag verlängert, um uns noch schönere Wasserfälle anzuschauen, als Coray, unser kanadischer Freund, zu uns gelaufen kam. Wir freuten uns sehr über dieses spontane Treffen und er fragte uns ob wir uns nicht auch anschliessen wollten zum River Floating. Es koste 250.- Baht, CHF 7.50 pro Person und sei zwei oder drei Stunden Spass in einer grossen, coolen Gruppe von etwa 12 Leuten, wir müssten uns aber um 13:00 einfinden.

Es war 12:15 und Simon und ich hatten gerade erst unser Frühstück bestellt, Avocado mit Rührei auf Toast für ihn und Avocado Spinat Omelett für mich. Wir schauten uns fragend an und waren wortlos der Meinung dieses spontane Angebot annehmen zu müssen. Go with the flow, war das nicht unser jetziges Motto? Aber den Roller hatten wir vor zehn Minuten noch um einen Tag verlängert, die richtigen Sachen hatten wir nicht dabei, dafür die falschen und bis das Frühstück kam, konnten gut zwanzig Minuten vergehen. Was nun?

 

Coray lief wieder zurück zu der wartenden Gruppe und wir legten uns einen Schlachtplan zu, indem Simon mit dem Roller zu unser Unterkunft fuhr, Sachen zurück brachte die wir nicht benötigen würden, dafür Sachen mitnahm die wir brauchten. Danach würde er mit dem Roller zurück fahren, ihn zurück bringen, die Situation den nicht englisch verstehenden Thailänder im Roller-Verleih unnötigerweise erklären, um dann rechtzeitig zum Frühstück zurück zu sein. Wir würden Frühstücken, bezahlen, Bier besorgen und pünktlich in nun noch 40 Minuten am Treffpunkt erscheinen. War doch ein Klacks!

 

Ich sass am Tisch während zuerst mein warmer Kaffee kam und darauf sein Iced Cafe, unseren gemeinsamen Smoothie und sogleich mein Omelett. Ich schaute auf die Uhr und es war 12:40 als sie sein Frühstück an den Tisch brachte und ich hoffte er würde bald erscheinen. Ich schrieb ihm eine SMS mit 'dein Frühstück ist jetzt hier' und drückte auf senden just in dem Moment als er mir einen Kuss auf den Hinterkopf drückte.

Er hatte alles geschafft und wir assen ein fantastisches Frühstück, bezahlten und gingen mit unserem Bier pünktlich zu der aufgestellten Gruppe hinüber. 

 

Mit drei Songthaew wurde die Gruppe flussaufwärts gefahren und unterwegs ein paar dicke schwarze ausgediente aufgepumpte Lastwagenradschläuche zu uns in den Wagen gequetscht. Wir hatten bereits eine ausgelassene Stimmung mit der Truppe, auch Jesse war dabei, den wir zusammen mit Coray kennen gelernt hatten. 

 

Menschen auf Reifen fahren den Fluss herunter in Pai, Thailand, sie trinken Bier und haben jede Menge Spass in der Sonne.
River Floating mit Freunden.

Am Fluss bekam jeder einen Reifen und eine wasserdichte Tasche, einige davon wurden mit Eis und Bier gefüllt, andere packten ihre Sachen rein damit sie nicht nass wurden. Coray hatte die gleiche UE Wonderboom Musikbox dabei wie wir und wir konnten sie koppeln, damit erreichten wir eine bemerkenswerte Klangfülle. Alle sprangen ins Wasser, setzten sich in ihre Ringe, tranken ihr Bier, lachten und erfreuten sich an der guten Musik. Es war einer dieser unvergesslichen Momente die in Teeny Hollywood Filmszenen so beneidenswert rüber kamen.

 

So trieben wir den Fluss hinunter, oftmals das Gesäss in die Höhe streckend, damit es nicht über Steine schleifte, lachend wenn wieder jemand in einer Ansammlung von Ästen und Gestrüpp hingen blieb und feiernd über diese willkürlich zusammen getroffenen Fremden die zusammen eine unvergessliche Zeit hatten.  

 

Bis plötzlich eine Stelle im Fluss kam die einen Stärkeren sog hatte, der uns ein wenig hinunter riss, an Steinen vorbei schnellte und an Dornenästen hängen liess. Da stand Simon mit weit aufgerissenen Augen da, denn sein Handy welches er bei sich hatte, war plötzlich weg.

Erneut stellten wir fest, dass Menschen die man erst seit ein paar Stunden kennt, tatsächlich freundschaftlich sein können, denn die ganze Gruppe stoppte ihre Reifen und zog sie an Land. Coray versuchte mit seinem Handy das von Simon zu orten, alle schauten umher und Simon lief zurück, während ich ihm folgte. 4x riss der Sog mich zu Boden und es war kein Spass flussaufwärts meinem Mann hinterher zu waten, aber das gehört nunmal dazu, auch wenn mir von Anfang an bewusst war, dass wir dieses Handy nicht mehr wieder sehen würden.

 

Ach zumindest ist es ein iPhone 7, welches wasserdicht ist, dann haben die Fische wenigstens was davon. Ich stattdessen griff am Boden suchend in etwas scharfes und mein Finger blutete und brannte sehr. Wir gaben auf und als alle wieder auf ihren Reifen sassen, war die Stimmung kurz etwas gedrückt. Simon meinte nur, schade ist es, aber Trübsal zu blasen bringt jetzt auch niemandem etwas und so feierten alle weiter.

Etwas weiter unten fanden wir noch vier Personen unserer Gruppe an, die bereits weiter getrieben wurden. Zwei von ihnen war der Reifen an scharfen Steinen geplatzt und sie sprangen bei den restlichen auf.

 

Die ganze Fahrt war ein riesen Spass! Wir sind super dankbar, dazu eingeladen worden zu sein, trotz des Handyverlusts.

Party bis zum Umfallen (wortwörtlich)

Betrunkene Menschen die Spass haben, an einer Bar im Pai Circus. Sie lachen und trinken.
Pai Circus mit Coray.

Am selben Abend tranken wir mit Jesse und Coray noch auf der Veranda ein Bier und wollten danach noch in die Walking Street um was zu essen, trinken und Leute an zu treffen. Jesse blieb zurück und so zogen wir zu dritt los. Unterwegs kam man immer wieder mit Leuten ins Gespräch, denn viele sind Reisende und offen für neue Bekanntschaften.

Wir assen hier und da etwas, gingen darauf von bar zu bar und hatten mit immer wieder neuen Fremden einen riesen Spass. 

Coray begann uns immer wieder Shot Runden zu bezahlen und wir revanchierten uns gerne. 

 

Irgendwann entschieden wir uns zum berühmt berüchtigten Pai Circus zu gehen, ein Hostel mit Pool, das immer wieder grosse Parties schmiss.

 

Unterwegs überholten wir zwei Frauen die langsam voran gingen. Sie hatten anscheinend Magic Mushrooms in der Sunset Bar gekauft und konsumiert. Das war das erste Mal dass ich davon hörte, diese Shakes seien hier in Bars erhältlich. Doch bis zum letzten Tag sind wir dieser Bar nie begegnet, also weiss ich auch nicht wirklich ob sie existiert.

 

Im Pai Circus angekommen war die Stimmung ausgelassen, besonders bei meinen beiden Jungs. Sie johlten herum, lagen zwischen andere Leute, zogen sich an den Hosen. Simon sprang sogar nackt in den Pool an dem Abend. Sie wetteiferten sich mit Shots Einladungen zu übertrumpfen und luden sinnvollerweise auch noch bei jeder Runde den Barkeeper mit ein. So wir man sein Geld auch los.

 

Bereits um Mitternacht wird das Licht dort abgestellt und die Aufbruchstimmung angekündigt. Auf einmal ist alles dunkel und die Leute strömen in alle Richtungen davon. Coray sass irgendwo am Boden zwischen vielen Frauen und Simon hörte ich übers ganze Feld hinweg, in der Nähe des Pools mit irgendwelchen Fremden sprechen.

Ich setzte mich erstmals in einen Sessel und war in mein Handy versunken, als ich plötzlich ein offensichtliches Rumoren hörte. Simon war aus dem Stand heraus auf sein Gesicht gefallen. Zeit zu gehen!

 

Mit beiden Jungs im Schlepptau zog ich den Rückzug an und obwohl beide mit nach Hause kommen wollten, kamen wir kaum voran.

Irgendwer sass immer wieder auf den Boden oder fand andere betrunkene an, um sich zu unterhalten. Etwa zehn Minuten von unserem zu Hause entfernt, Coray wohnte übrigens per Zufall in der nächsten Einfahrt in der selben Strasse, entschied ich mich die beiden weiterhin ihre Wand anstarren zu lassen. Ich erwähnte ein siebenundzwanzigstes Mal, dass es nur noch gerade aus ging und lief schonmal zur Hütte.

 

Dort angekommen entschloss ich mich die Türe abzuschliessen, obwohl ich Simon noch erwartete, da ich grundsätzlich einen leichten Schlaf habe. Dachte ich! Als ich etwa 1,5 Stunden später aufwachte, lag Simon einfach neben mir. Erschrocken fragte ich ihn, wie er hinein gekommen sei, da wir nur einen Schlüssel besassen und den hatte ich. Er erklärte mir, er habe geklopft und gerufen, aber als ich ihn nicht hinein liess, habe er den hölzernen Fensterladen aufgeschoben, das Mückennetz dahinter aufgedrückt und sei hinein geklettert. 

Ich war erleichtert, dass er zu Hause war, aber erschrocken über die Tatsache wie leicht man in die Hütte herein kam und wie wenig ich davon mitbekam. 

Cross Tattoo Pai

Zum Glück hatten wir uns am Tag zuvor entschieden, noch um eine Nacht zu verlängern, so konnte Simon seinen Rausch ausschlafen und sein Gesicht etwas heilen. (Muss mir das Lachen verkneifen)

An diesem Tag hatte ich einen Tattoo Termin gebucht, was der eigentliche Grund für die Verlängerung war. Wir waren mehreren Menschen in Pai begegnet mit Wahnsinns Tattoo's und auf Anfragen hin sagten alle sie waren bei Cross Tattoo.

Als ich um 18:00 Uhr zu meinem Termin vorbei kam, baten sie mich um 19:00 Uhr wieder zu kommen, also kam ich um diese Zeit erneut vorbei.

Jay war gut vorbereitet, hatte meinen Wunsch in diversen Grössen vorgedruckt und ich konnte mich vor dem Spiegel für eine entscheiden.

 

Jay macht Stefanie ein Tattoo auf den Arm, bei Cross Tattoo in Pai, Thailand
Jay von Cross Tattoo Pai.

Simon half uns noch den optimalen Winkel für mein Tattoo am Arm zu finden, dann legte er sich auf das Sofa beim Eingang schlafen.

Währenddessen galt es bei mir ernst, doch soweit ich erkennen konnte, arbeitet Jay hochprofessionell und ich fühlte mich gut aufgehoben. Da ich schon viele viele Stunden bei Tattowierern gesessen bin, kann ich mir ein Urteil bilden und muss sagen, ich kann nur die Bestnote verleihen.

Als sie fertig war, waren wir begeistert, ja Simon war fast ein wenig neidisch. Auch er sucht noch nach dem passenden Tätowierer für all seine Ideen und Wünsche die aussergewöhnlich sind, weil sie sehr geometrisch und perfektionistisch sind. Ich war sehr happy mich für Jay und Cross Tattoo entschieden zu haben. Darum wenn ihr vorhabt in Pai ein Tattoo zu machen, das professionell werden soll und nicht nur billig ist, geht zum Cross Tattoo.

Ich habe für meinen Tattoo Termin zwei Stunden benötigt und 4000.- Baht bezahlt, CHF 120.- 

 

In der Schweiz beträgt der Mindestpreis für ein Tattoo 200.-. Trotzdem, Hygiene und Qualität gehen vor, und diese findet ihr bei Cross Tattoo.

verfasst am 1. & 2.2.2018