Pattaya January 21, 2018

Themen 

  • Longboard Unfall
  • Songthaew und Motorradtaxis
  • Nachtclub - sin city 
  • Geheimtipp: Ladyboy Spiel
  • Party und Hangover

Simon und sein Longboard

Simon's Leidenschaft ist sein Skateboard, welches er am liebsten um die Welt trägt und noch lieber darauf steht. Damit schneller um die Welt zu kommen, unabhängig und gleichzeitig mobil zu sein gefällt ihm einfach. Als wir uns frisch kennen lernten, war es schon immer mit dabei und darum war es nicht überraschend, dass ich eines Tages spontan darauf stand und wenige Meter damit fuhr.

Er war sofort begeistert und stellte erstaunt fest, dass ich in den wenigen Metern nicht  gleich vom Brett fiel, was ich persönlich noch als keine Leistung ansah. Daraufhin wollte er mit mir direkt in unsere Tiefgarage gehen um zu sehen, ob ich ein natürliches Talent zum skaten besass. Während ich ein paar Runden um die Parkhaussäulen drehte stellte er hocherfreut fest, dass ich auf anhieb das nötige Gefühl für die Balance und die Kurven hatte und es mir total leicht fiel .

Ja er war Feuer und Flamme eine Frau gefunden zu haben, mit der er nun skaten konnte.

 

Doch für mich besteht ein riesen Unterschied darin, ob ich nun ein paar Meter auf einem flachen, gut gleitendem Parkhaus Bodenbelag drehe, oder auf kurvigen Strassen, welche sich erheben um dann wieder runter zu gehen, bei holprigen Belegen inklusive Verkehr.

 

Als er mich drängte auf dieser Reise das Board, welches eine grüne Kopie seines eigenen ist und er extra für mich besorgt hatte, mitzunehmen, überlegte ich lange hin und her. Da wir aber möglichst leicht reisen wollten, meine Fahrpraxis nach wie vor schwach und die Strassen sowie der Verkehr im Ausland mörderisch sind, entschied ich mich gegen das Board.

 

Auf unserer bisher zwei Wöchigen Reise durfte ich mir daher vermehrt anhören, wie schnell wir doch bereits am Ziel wären, hätte auch ich ein Board unter meinen Füssen. Logischerweise nützt ihm das Board alleine auch nicht allzu viel, da ich selbst im Schritttempo vorankomme.

Nachdem ich genug gehört hatte, sagte ich zu ihm, dass ich mir ein Board unter diesen Bedingungen vorerst nicht vorstellen kann, denn ich bräuchte etwas um mich fest zu halten. Etwas wie ein Kick Board, ein sogenannter Micro Scooter.

 

Schon war er bemüht einen ausfindig zu machen, doch die ersten beiden Läden hatten nur Kinderversionen und somit liefen wir 3km zu einem enormen Sport Mega Store und fanden dort tatsächlich Micro Scooter in Erwachsenengrösse an. Der Laden war so gigantisch, er hatte sogar ein riesiges Probefeld beim Eingang, auf dem Kinder ihre Inlineskates, Skateboards und M Scooter ausprobieren konnten. 

Ich mischte mich also unter die fünfjährige Konkurrenz und hatte kurz meinen Spass. Doch das fast vier Kilo schwere, sperrige Ding, welches zusätzlich nicht gerade vor Coolness strotze, sagte mir doch nicht zu. Ich wollte keine CHF 50.- für etwas ausgeben, was mich doch überhaupt nicht überzeugt. Tatsächlich bin ich als Hundebesitzerin einfach auch gerne auf meinen Füssen unterwegs.

Zugegeben ist der Radius in dem man sich zu Fuss bewegt deutlich kleiner, trotzdem konnte mich das Kinderspielzeug nicht begeistern.

 

Simon war sichtlich enttäuscht als wir den ganzen Weg wieder zurück gingen. Auf dem löchrigen Asphalt ohne brauchbaren Gehweg überholten und drängten uns immer wieder Roller ab und ich erklärte ihm erneut, dass ich mich auf diesen Strassen nie sicher genug fühlen konnte.

Er wollte mich daraufhin von der nicht bestehenden Problematik überzeugen und fuhr lächelnd davon, immer wieder zurück schauend. Er fuhr auf der falschen Strassenseite, da in Thailand links Verkehr besteht und schon nach wenigen Metern kam ihn ein Rollerfahrer mit Kind entgegen. Ich rief ihm zu nach vorne zu sehen, woraufhin er ausweichen wollte. Da sich aber rechts von ihm ein grosses Abflussgitter befand, in dem seine Räder stecken bleiben konnten, blieb ihm nur die Wahl stehen zu bleiben. Der Rollerfahrer bremste hart und fuhr fluchend weiter.

 

Natürlich schob Simon alles auf den Vorführeffekt, aber für mich war das Thema nun endgültig gegessen.

Verbesserte Transportmittel Erfahrungen Pattaya

Am ersten Tag völlig abgeschreckt von den Transportmittel Erfahrungen, können wir nach einer Woche in Pattaya ein nun besseres Feedback geben.

Am günstigsten ist man tatsächlich mit den Songthaew unterwegs, also den umgebauten Pick Up's mit Gittern hinten drauf. 

Man stellt sich an den Strassenrand einer gut befahrenen Strasse, auf der Seite in dessen Richtung man fahren will und wartet ab. In kürzester Zeit haltet ein solcher Wagen und man steigt einfach rauf, fährt solange in die Richtung wie man will und drückt dann auf die geräuschvolle Klingel um wieder auszusteigen. 

Dem Fahrer streckt man dann für eine Kurzstrecke ca. 10 Baht hin pro Person, also umgerechnet 30 Rappen.

Diese Wagen sind nicht gedacht einem von A nach B zu bringen, sondern verkürzen einem nur den Gehweg für einen Moment.

 

Die Motorradtaxis findet man an jeder Strassenecke. Die Fahrer tragen orangene Westen und rufen einem beim Durchgehen auch 'Taxi' zu. Sie fahren einem auch an einen bestimmten Ort, jedoch muss man mit ihnen über den Preis feilschen. Die übliche Taktik des Ablehnend-davon-laufens hilft dann auch schon mal um den Preis zu drücken. Für eine Fahrt von 2km haben wir 200.- Baht bezahlt, umgerechnet CHF 6.-, was man sich aber nicht zu oft leistet als Traveller. Auf so einem Roller können üblicherweise zwei Personen mit dem Fahrer mitfahren, man sieht aber auch ganze vierköpfige Familien auf solchen Rollern. 

Nachtclub Erfahrung - sin city

Wir wollten das Nachtleben in Pattaya doch noch kennen lernen, tranken einen Bucket Mojito für 200.- Baht, CHF 6.- bei einem zur Bar umgebauten VW Bus und zogen weiter durch die Strassen. Wenn man Club googlet in Pattaya findet man lediglich eine breite Auswahl an Nachtclubs, die dem Publikum an Touristen, welche man hier vorfindet, auch bestimmt sehr zusagen. Mittlerweile habe ich es mir zum Spass gemacht, die Prostituierten die meinen Mann ansprachen so anzusehen, dass es ihnen die Stimme verschlug. Echt lustig! 

Nach ein paar Bier und vielen Querstrassen weiter, entschieden wir uns in ein Strip-Lokal zu gehen welches sich Ambulanz nennt. Tatsächlich geht man durch eine Eingangstüre die aussieht wie der Hintereingang eines Ambulanz Autos und auch drinnen sind alle Stripperinnen in reizenden Krankenschwestern Outfits gekleidet. 

Auf viel zu hohen Schuhen tanzen sie lieblos und wenig talentiert an den vielen Stangen auf der Bühne. Sie starren alle Richtung Ausgang, über dem ein Fernsehen hängt, auf welchem eine sehr verstörende, perverse Version von Lucky Luke läuft, mit massenhaft Schwänzen und Gruppensex.

Für 2000.- Baht, CHF 60.- kann man den ganzen Damen einen Shot spendieren, dafür muss man nur die Klingel betätigen, die an jedem einzelnen Tisch installiert ist.

 

Gespielt freudig und das Gesicht verzerrend trinken sie dann die Shots am Rande der Bühne, während sich ältere Herren darüber freuen. Diverse Damen im selben Gewand gehen durch den Raum und setzen sich willkürlich zu den Herren an ihren Tischen, wo sie sich Drinks spendieren lassen.

 

Eine Empfehlung meinerseits ist hier das Spiel:

Wer ist ein Ladyboy?

 

Die Spielregeln sind sehr einfach. Betrachte die Frauen neben den Männern, rate ob ursprünglich Mann oder Frau geboren und wenn jemand davon zur Toilette geht, beobachte aus welcher Tür er/sie kommt.

Der Verlierer muss optional einen Shot trinken. Übrigens die Preise für Getränke sind tatsächlich ganz okay. 

 

Anbei noch ein Tipp für die weiblichen Reisenden in Thailand: Sucht nicht die Toiletten der Männer auf, so wie das bei uns zu Lande oft als Notlösung getan wird. Es könnte Missverständnisse geben!

Lucifer Diskotk - Walking Street

Nein ich bin weder betrunken noch Analphabet! Die Schreiben das tatsächlich so.

Ich schätze mal, da unsere Sprache Phonetisch übersetzt wird, könnte dies Diskothek bedeuten oder aber das Geld hat einfach nicht für weitere Buchstaben gereicht. Wie auch immer, hier lohnt sich ein Besuch!

Die Walking Street haben wir leider erst spät entdeckt, hier gibt es tatsächlich auch jüngere Leute. Es war der erste Ort an dem wir auf offener Strasse Drogen angeboten bekamen, das erste Mal in Thailand überhaupt. In Bali hatte dies keine 24h gedauert und wurde zum nervigen Singsang auf allen Strassen. Gutes Essen oder anspruchsvolle Unterhaltung kann man in der Walking Street lange suchen. Es ist eine klassische versaute Partystrasse, die alles bietet was die Thailänder denken, dass sich die westlichen Touristen wünschen. Als wir die ersten beiden Jungen Menschen sahen, machten wir auf dem Fussspitz kehrt um sie anzusprechen und sie stellten sich als Holländer raus. Wir zogen mit ihnen noch in eine weitere Bar und sprachen über die Reiseerfahrungen des einen, der aus dem Schwärmen für Vietnam gar nicht mehr heraus kam.

 

Die Jungs machten dann schlapp, wahrscheinlich noch müde vom Vorabend und Simon und ich zogen alleine weiter zu Lucifer.

Es war ein grosser, moderner Club mit fantastischer Beleuchtung, aber noch wenigen Gästen. Wir ketteten unsere Diebstahlsicheren Tagesrucksäcke an ein Geländer und bestellten zwei Shots. 

Ich fing an zu tanzen und wurde von einer herzlichen, jungen Thailänderin angelächelt. Sie winkte uns zu sich rüber und stellt sich und ihre Freundin vor. Wir redeten nicht viel durch die Sprachbarriere und der lauten Musik und so fingen wir an zusammen zu tanzen. 

 

Sie fragte mich ob ich sie nicht mit einem westlichen Freund verkuppeln könne, aber sie lernte bald darauf selber einen kennen. Langsam füllte sich der Club und wir tanzten wild die ganze Nacht, eroberten die Bühne vor dem DJ Pult. Ihr Typ mit dem wir nie auch ein Wort wechselten, winkte uns mit sich. Wir folgten ihm an Securities vorbei zu einer Lounge, wo ein anderer westlicher Typ betrunken alleine auf dem Sofa sass, der wohl sein Bekannter sein musste. Wir tanzten, lachten, alberten, machten Fotos und amüsierten uns prächtig in der Lounge.

Da kam mir der Gedanke, dass ich hier meinen thailändischen Ersatz für meine beste Freundin in der Schweiz gefunden hatte, mit der ich auch ständig Zutritt zu solchen Bereichen fand. Liebe Grüsse an Dich meine Maus! 

 

Simon kam zufrieden lächelnd von den speziellen Toiletten zurück, die rundherum in Spiegeln gekleidet sind. Er sagte, er habe soeben den besten Toiletten Besuch in ganz Thailand erlebt, was sich ja schon verdächtig anhört. Tatsächlich kam ein Mitarbeiter an sein Pissoir gelaufen, erwähnte etwas über Massagen, sagte ihm er soll sich entspannen, und renkte ihm kurzerhand den Rücken und Hals ein wie ein Chiropraktiker. Na das nenn ich Service. 

Später tauschten wir noch Facebook aus mit unserer thailändischen Freundin und gingen dann betrunken per Motorradtaxi nach Hause.

Crazy Club in Pattaya. Much fun. Good Sound. Good Lightshow.
Lucifer Diskotk Walking Street Pattaya.

Hangover

So viele Stunden wie man ausgelassen Spass hat, die Hemmungen verliert, Leute kennen lernt und Freundschaften schliesst, ohne wirklich kommunizieren zu müssen, so viele Stunden bezahlt man nachher auch den Preis. Kaum zu Hause angekommen hatten wir auch schon Kopfschmerzen. Es war grauenhaft heiss und wir schwitzten, wie wir es in der Schweiz nie würden. Die Verdammnis - der Hangover.

 

Nachdem wir beide ein Panadol (Schmerzmittel) eingeworfen hatten, konnten wir dann endlich schlafen und wachten nach wenigen Stunden ölig verschwitzt und vollkommen gerädert wieder auf. Der Körper läuft nur auf halber Leistung, alles ist verlangsamt und man neigt bereits etwas zu Selbsthass. Das ist Party 30 Plus und wieder einmal bin ich froh mein Partyleben in den jungen Jahren ausgelebt und mit der Familienplanung gewartet zu haben. Denn bei jedem Hangover bei dem ich mir schwöre, nie mehr Alkohol anzufassen, merke ich dass ich bereit dafür bin, dass diese Phase endet. Ja vielleicht nicht vollkommen, denn Ausgehen, Musik und Tanzen sind Dinge die ich leidenschaftlich gerne mache, die aber doch immer mehr an Bedeutung verlieren. 

 

Zum Glück kann man sagen, dass der Hangover an solchen Orten nicht allzu lange anhält. Die Meeresluft und das Klima unterstützen den Entgiftungsprozess sehr und bereits der Spaziergang bis zum Strand hat Wunder bewirkt. So hingen wir wie Säcke in unseren Stühlen, kühlten uns im Meerwasser ab und genossen die Einfachheit eines solchen Tages, an dem die Hirnzellen mit reduzierter Leistung arbeiten.

Next Stop Chang Mai

Wir haben uns entschieden nun in den Norden weiter zu reisen, nach Chang Mai um genauer zu sein. Was sich als problematischer herausstellte, war die Frage, wie wir am besten dorthin kommen. Ein spontane Reise zu führen hat vielerlei Vorteile, birgt aber einen grossen Aufwand sich zu informieren. Ohne Laptop's und Internet wären wir ziemlich aufgeschmissen. Natürlich kann man hier die lokalen Touristenbüros aufsuchen, die Preise sind aber immens höher als bei Online Buchungen. 

Auch im Internet selbst muss man aufpassen, nicht auf Touristenseiten abgezockt zu werden. So wäre die Reise von Bangkok nach Koh Samet beim einen Anbieter fast 10x teurer gekommen als wir schlussendlich bezahlt haben. Doch die Recherchen fressen jeweils Stunden.

 

Um nach Chang Mai zu kommen hätten wir nun erneut den Big Bus nach Bangkok nehmen können und von dort aus einen Nachtzug bis nach Chiang Mai, dies wäre auf zusammen CHF 60.- gekommen. Simon aber hatte eine App namens Traveloka entdeckt, welches einem Weltweit Flüge und Unterkünfte anzeigt . Hier hat er günstige Flüge gefunden für je CHF 50.-, zusammen 100.-

Der Flug dauert eine Stunde, die Anreise über Land geschätzte 24 Stunden.

 

Wir zogen eine Reise über Land grundsätzlich in Betracht und so schauten wir auch ob wir eventuell ein Mietauto in Pattaya finden, welches wir in Chiang Mai abgeben konnten, leider ohne Erfolg. 

Mit der Überlegung, dass wir noch viele Busse und Nachtzüge auf unserer Reise benutzen werden, entschieden wir uns für den Flug und buchten ihn direkt bei Air Asia. Mit dem Gepäck und den fiesen Kreditkartengebühren oben drauf kam alles auf CHF 120.-

Also doppelt so teuer wie der Landweg, aber immerhin 24x schneller.

 

Heute sitzen wir in einer Bar und suchen nach der günstigsten Lösung zum Flughafen. Es gibt absolut keine öffentlichen Verkehrsmittel die zum 40km entfernten Flughafen fahren würden. Online spricht man bereits von Machenschaften einer Mafia, denn die einzige Möglichkeit bleibt für 800.- Baht ein Taxi zu nehmen, CHF 24.-, welche noch oben drauf kommen.

Ein Uber kostet allem Anschein nach nur 600.- Baht, CHF 18.-, den versuchen wir frühzeitig zu bekommen, ansonsten bleibt uns nur das teure Taxi.

Somit kostet die Reise von Pattaya nach Chiang Mai für beide: CHF 144.-.

verfasst am 21.1.2018