Chiang Mai January 22, 2018

Fahrrad Skateboard Chiang Mai Strassen erkunden
Per Fahrrad und Longboard durch Chiang Mai.

Vierter Stopp unserer Weltreise als Backpacker 

January 22 - 26 , 2018 Chiang Mai, Thailand

 

Unterkunft

Gebucht: Traveloka 

The Gallery 24 Guesthouse

24 Inthawarorot Rd., Phra Singh, Muang

Chiang Mai

CHF 15.60 pro Nacht

 

Anreise 

600.- Baht, CHF 18.- für ein Uber zum Flughafen U - Tapao (Pattaya)

mit Flugzeug Air Asia nach Chiang Mai gefunden mit Traveloka und gebucht über AirAsia, CHF 120.- für beide

150.- Baht, CHF 4.50 Taxi vom Chiang Mai Flughafen, Flatrate an jeden Ort in der Stadt.

 

Reisezeit: ca. 4 Stunden

Reisekosten insgesamt: CHF 142.50 für zwei Personen.

 

Themen

  • Auch Uber kann man nicht trauen
  • 10kg Übergewicht bei Air Asia
  • Messer im Handgepäck beim Security Check
  • Unsere Unterkunft gebucht per Traveloka - keine Reservation gefunden
  • Jungle Flight Zip Line und Rollercoaster 
  • Doi Inthanon - Thailands höchster Berg
  • Polizeikontrolle: Achtung Abzocke

Erste Uber Erfahrung in Pattaya Thailand

Wir entschieden uns frühzeitig einen Uber per App zu bestellen, anstelle eines gewöhnlichen Taxis. Das App versprach einen Preis von 600.- Baht, wobei die Taxis auf 800.- Baht kommen würden. Da der Flieger um 22:15 abfliegen würde und wir um ca. 20:00 Uhr am Flughafen sein wollten, bestellten wir bereits um kurz nach 18:00 Uhr den Uber, um auf Nummer sicher zu gehen. Allenfalls hätten wir dann genügend Zeit gehabt, um doch noch auf ein Taxi umzusteigen. 

Der avisierte Uber sollte nach 20min bei uns sein. Das App gab an das der Fahrer in unserer Nähe bereits einen Gast abliefern und daraufhin bei uns ankommen sollte. Beim Ablieferungsort angekommen, blieb das Fahrzeug minutenlang stehen und die Zeit zögerte sich sichtlich heraus. Der Uber Fahrer schrieb uns eine Nachricht, wohin wir fahren wollten. Dies geht eigentlich gegen die Bestimmungen von Uber, die dem Fahrer erst aufzeigen wohin er fahren muss, nachdem er jeweils die Gäste aufgeladen hat. Dies soll verhindern, dass der Fahrer die Fahrt einfach canceled, weil sie ihm allenfalls zu kurz ist oder einen zu grossen Umweg darstellt.

 

Simon antwortete ihm, dass wir zum Flughafen müssen, worauf er schrieb: '700.- Baht in CASH!'

Wir waren fassungslos, einfach alles und jeder versuchte sich einen Vorteil zu verschaffen. Cash war nicht das Problem, aber wir forderten von ihm, dass er uns für 600.- Baht fahren würde, wie Uber das anzeigt, auf das Risiko hin er würde uns stehen lassen.

Er sagte zu und fuhr nun endlich zu uns los. Angepisst stiegen wir ein und sprachen kein Wort mit ihm. Es war 19:00 Uhr als wir losfuhren.

Flughafen Airport U Tapao Rajong Pattaya Departure Eingang Abflug
Flughafen U - Tapao (Pattaya) Eingang.

Flug mit Air Asia von Pattaya nach Chiang Mai

Um Punkt 20:00 Uhr betraten wir die Türe zum Flughafen und wurden gleich beim Eingang durch den ersten Metalldetektor gejagt. Die Flughafen Arbeiter waren auffallend freundlich, locker und entspannt und so waren wir vollkommen optimistisch, dass uns ein guter Flug bevorstand. Mit dem E-Mail Code den Simon erhalten hatten, bekamen wir von der Self-Check in Maschine dann unsere Boarding Pass Tickets und begaben uns gleich zum Check-In Schalter, um die Koffer aufzugeben. 

Wir legten wie immer die Koffer auf das Band, die Dame tippte ein wenig auf ihrem Computer herum, hob ihren Blick und erklärte uns wir hätten zusammen 10kg Übergewicht! Wir schauten uns an, dann die Anzeige. Beide Gepäckstücke wogen je 20kg und das hatte Simon auch auf der Air Asia Buchungsseite gebucht. Zuerst dachten wir, dass es sich hier um ein Sprachproblem handeln muss - sie meint bestimmt 1kg, nicht 10.

Sie zeigte uns, dass auf unseren Tickets nur je 15kg Gepäck angegeben seien. Simon wurde wütend, ich probierte diplomatisch zu bleiben.

Warum sollten wir 15kg buchen, wenn wir beide exakt auf 20kg kamen, bei einer Online Auswahl zwischen 15,20 und 25kg Gewicht, 

Was nun?

 

Wir Dame bot uns folgende Optionen: Für jedes Kg Übergewicht bezahlt man 300.- Baht, bei 10kg wären dies folglich 3000.- Baht, umgerechnet CHF 90.-, oder aber wir würden 10kg aus unserem Bordgepäck nehmen und in unser Handgepäck stopfen.

In unseren Handgepäck Rucksäcken hätten keine 10kg mehr Platz, das war schon mal ausgeschlossen. Bei der Online Buchung hätten diese 5kg Mehrgewicht pro Gepäckstück gerade mal 100.- Baht, CHF 3.- gekostet. Wir wollten zuerst mal am Schalter nachfragen ob es sich hier um einen Systemfehler handeln könnte und ob wir die Möglichkeit hätten unsere Buchung jetzt noch zu korrigieren.

Die nette Dame am Info Schalter erklärte uns, dass man Upgrades der Buchungen nur vier Stunden vor Abflug vornehmen kann. Sie nahm ein Walkie Talkie und funkte auf Thailändisch mit jemanden, woraufhin sie uns zum Check in zurück brachte, wo die vorherige Dame, nun sichtlich entnervt, auf uns wartete. Aufrecht stehend und fordernd, fragte sie uns ob wir ein Problem hätten, sie habe uns die Lösungen bereits erklärt.

 

Simon und ich fühlten uns missverstanden, aufgrund der Sprachbarrieren ist es jedoch schwierig sein Anliegen hier klar verständlich zu machen und da wir keine CHF 90.- für Übergepäck bezahlen wollten, steuerten wir auf einen Kiosk zu, um uns Plastiksäcke zu besorgen. 

Wir konnten für 120.- Baht, CHF 3.60 eine grosse Tasche mit Reissverschluss aus Plastik erwerben und begannen sogleich Sachen aus unserem Koffer in die Tasche umzuräumen. 

Meine Strategie war die schwersten Gegenstände heraus zu nehmen, wie Necessaire, Ketchup-Flaschen und ähnliche Küchenutensilien, die wir für unsere kleine Küche gekauft hatten. Wir wogen unsere beiden Aufgabe-Gepäcke mit unserer kleinen Handwaage und kamen beide auf exakt je 15kg. Zufrieden über die Lösung unseres Problems lächelnd gingen wir zurück zum Check-In. Auf dem Weg dorthin kam mir in den Sinn, dass man bei uns keine Flüssigkeiten über 100ml im Handgepäck haben darf und ich fragte Simon ob das hier wohl auch gelte. Er hatte in seiner Strategie bloss Kleider und technische Geräte, wie Kabel ins Handgepäck umgelagert.

 

Beim Check in angekommen, stellten wir fest, dass auch hier in Thailand diese Regelungen gelten und machten uns auf den Koffer erneut umzupacken. Ich schmiss verärgert über die Umstände nun alle meine Kleider in die Handgepäck-Tasche und wir gingen zum vierten Mal zum Check in. Um 21:00 Uhr waren unsere Koffer nun endlich ohne Mehrkosten aufgegeben , allerdings, wie sich noch herausstellen wird, noch nicht zum letzten Mal in unseren Händen. 

Security Check

Wir gingen zum Security Check mit unseren beiden Rucksäcken und unserem neuen Mitglied, der bunt gestreiften Plastiktasche. Zuerst kamen meine Sachen durch die Maschine und ich packte sie gelassen zusammen, während die Aufseherin zu mir gelaufen kam um unsere bunte Tasche einzusehen. Als die den Sack mit Mayo und Ketchup heraus nahm und mich fragend ansah, musste ich lachen und dachte nur "Ach schmeiss das Zeug nur weg, Hauptsache wir haben nun endlich unsere Ruhe!"

Auf mein Lachen hin packte sie Mayo und Ketchup wieder in unsere bunte Tasche zurück. Das wars nun hoffentlich.

Simon kam nun auch durch den Metalldetektor und fing an seine Sachen zusammen zu packen. Da griff die Dame auf Anweisung des Kollegen erneut in unsere bunte Tasche und holte Simons Elektronik Beutel heraus. Als sie ihn öffnete kamen unter anderen noch zwei Taschenmesser und ein Klappmesser hervor. Ich verdrehte die Augen und sah ihn an. 'Die sind weg!', dachte ich mir, während sich Simon auf die Stirn klatschte und dabei sagte "Verdammt, nicht schon wieder!", denn genau dasselbe war ihm schon mal in Miami passiert.. damals waren die Messer weg.

 

Wir erklärten ihr, weshalb die Messer nun in unserem Handgepäck waren und nicht mehr im aufgegeben Gepäck, worauf sie zu unserer Überraschung anfing zu überlegen, wie sie uns nun helfen konnte. Tatsächlich rief sie eine AirAsia Mitarbeiterin hinzu, welcher wir die Situation erneut schilderten. Sie stand nur da und wir waren uns nicht ganz sicher, ob sie uns verstanden hatte. Wir begannen nochmals zu erklären, als sie abwinkte und uns in gutem Englisch sagte, sie habe schon verstanden, aber sie überlege gerade was sie tun kann - denn sie habe volles Verständnis für unsere Situation und wolle uns helfen! Ein Moment später Griff sie zu ihrem Funkgerät und klärte ob man unser Gepäckstück erneut zurück holen konnte. Es war unglaublich, aber sie liessen es zu. Wir waren überwältigt von der Kulanz der Thailänder - bei uns hätten die Securities die Messer wahrscheinlich hämisch grinsend in die Box geworfen. So verschwand Simon mit der Dame und kam um 21:30 Uhr zurück zum Gate, nachdem er ein fünftes mal beim Check-In war, dort die Messer in einen der Koffer gepackt hatte, nochmals mitsamt dem Koffer durch den Eingangs-Sicherheits-Check und anschliessend nochmals alleine durch den Gate-Sicherheits-Check musste.

 

Wir waren völlig fertig und einfach nur dankbar, als wir schlussendlich das Flugzeug mit all unseren Sachen aber, abgesehen von einigen Nerven, ohne Mehrkosten betreten konnten. Pünktlich um 22:15 Uhr flogen wir los.

Galerie 24 Guesthouse Chiang Mai Thailand

Um 23:25 Uhr kamen wir in Chiang Mai an und es war überraschend kalt, gerade mal etwa 18 Grad und somit die kälteste Temperatur, die wir bisher in Thailand erlebten. Die Taxis vor dem Flughafen fuhren ausnahmslos für 150.- Baht in alle Richtungen und zum ersten Mal erlebten wir kein Handeln und übermässige Preisforderungen der Taxifahrer in Thailand. 

Er brachte uns in wenigen Minuten zu unserer Unterkunft, The Gallery 24, welches wir über Traveloka gebucht hatten.

Wir hatten bei der Buchung erwähnt welchen Flieger wir nehmen und dass wir um Mitternacht ankommen würden.

Niemand erwartete uns - wir fanden nichtmal so etwas wie eine Rezeption.

 

Das Haus war völlig ruhig und wir zogen unsere Schuhe aus um hinein zu gehen. Im Haus fanden wir eine Tür die mit 'Staff' angeschrieben war und klopften, aber niemand reagierte. Simon rief daraufhin die Handy Nummer an die zum Gästehaus gehörte und beim zweiten Anruf nahm zu unserer Erleichterung jemand ab. Bis zu diesem Zeitpunkt sah ich uns schon auf den Sesseln im Eingang schlafen, nur wenige Meter entfernt von dem Zimmer, welches wir zwar gebucht, jedoch noch keinen Zutritt hatten.

 

Eine sehr nette Thailänderin und ein aufgestellter Ire kamen um 00:30 Uhr durch die Staff Türe auf uns zu. Sie meinte allerdings weder eine Reservation, noch ein Ankunftsemail von uns erhalten zu haben und hätte uns somit nicht erwartet. Auch das Zimmer welches wir für fünf Übernachtungen gebucht hatten, habe sie bereits weitervergeben. 'Das waren genug Komplikationen für einen Tag!' 

 

Freundlicherweise gab sie uns das Zimmer welches wir gebucht hatten für die ersten drei Nächte und bot uns an,  das Single Bett Zimmer für die restlichen zwei Nächte zu geben und es schlicht mit einem weiteren Bett zu ergänzen. Nicht ohne vorher Gratis Frühstück für die zwei Nächte zu fordern gaben wir uns einverstanden und konnten endlich ins Bett fallen. Tatsächlich war das Doppelbett Zimmer im oberen Stock viel hellhöriger und wir fühlten uns im Single Bett Zimmer sogar wohler, da es eigentlich geräumiger und kühler war.

 

Die Unterkunft können wir mit bestem Gewissen weiterempfehlen, sie ist Preiswert und sehr zentral, hat einen grossen Balkon und einen noch grösseren Vorhof mit Restaurant. Es gibt jederzeit gratis Trinkwasser an der Bar und Frühstücken kann man ausgezeichnet für gerade mal 50.- Baht, CHF 1.50.

 

Goy, die Inhaberin, gibt einem jederzeit (ich meine wirklich um jede Zeit) sehr wertvolle Tipps und Ideen oder bucht einem Transporttickets, und überhaupt alle waren absolut herzlich und zuvorkommend.

Jungle Flight - Zip Line

Für je 2300.- Baht, CHF 68.- buchten wir JF3 Ultimate bei den Jungle Flight's, weil sie die einzigen waren welche, neben der längsten Zipline mit 1100m Länge, einen Junglecoaster anboten.

Die Zip Line läuft immer nur gerade aus, in verschieden Höhen und Längen, bei dem Rollercoaster aber musste man sich mit beiden Händen festhalten und es ging in einigen Kurven quer durch den Dschungel. Damit fing die Tour auch gleich an.

 

Weiter ging es mit diversen Zip Lines in einer Gruppe von ca. zehn Personen. Die drei Begleiter waren jung, aufgestellt und professionell. Sie machten hie und da einen Spass, erschreckten einem auch mal kurz, aber machten ihren Job hervorragend. Es war eine Menge Spass mit ihnen.

 

Die längste Zip Line war sogar einen ganzen Kilometer lang und belohnte einem mit einer fantastischen Aussicht weit über den Dschungel hinaus. Am Ende der Tour war noch ein Abseilen im Programm. Das war das einzige Mal als ich tatsächlich Bammel bekam, mich in 40 Meter Höhe an einem Seil abseilen zu lassen. Beim Runtersehen wurde mir äussert schwindelig. Ich wählte, dass sie mich langsam herunter liessen, um es währenddessen bereits zu bereuen. Das nächste Mal wähle ich einen schnelleren Abgang.

 

Der Rollercoaster sowie die Zip Line waren aufregend, aber zu keinem Zeitpunkt beängstigend. Das lag zum einen an der hochprofessionellen Ausrüstung und zum anderen an der völlig sicheren Handhabung der Begleitpersonen. Wir konnten permanent den Dschungel, die Aussicht und den Spass den wir an den Zip Lines hatten in vollen Zügen geniessen. Wir hatten eine fantastische Zeit!

Wer also gerne ein wenig völlig sicheren Nervenkitzel hat, sollte das umbedingt ausprobieren. 

(Mehr Eindrücke seht ihr auf dem anschliessenden Video unten)

Der höchste Berg in Thailand - Doi Inthanon

Berg 2500 Meter hoch in Thailand.
Doi Inthanon der höchste Berg in Thailand, Drohnen Ansicht.

Doi Inthanon - Rollerfahrten und Polizeikontrollen

Für 1300.- Baht pro Person, CHF 39.- wollten wir eine Tour um 8:00 Uhr morgens auf den höchsten Berg Thailands, den Doi Inthanon buchen. Am Abend zuvor erkundigten wir uns noch bei zwei weiteren Buchungsstellen ob es irgendwo günstiger kam und entschieden uns dann doch bei Goy in unserem Guesthouse zu buchen. Allerdings war es bereits 20:00 Uhr als wir dort ankamen und als Goy die Gesellschaft anrief, die uns dann mitteilte, dass sie für den nächsten Tag ausgebucht waren.

Wir überlegten uns ob wir bei einer anderen Gesellschaft buchen sollten, den ein weiterer Tag war uns durch unser Abreisedatum nicht möglich. 

 

Goy erwähnte nebenbei dass wir auch mit einem Roller für 200.- Baht, CHF 6.- auf den Berg fahren könnten, aber wir mit einer Busse von 1000.- Baht, CHF 30.- zusätzlich rechnen müssten. Die Idee klang erstmal ganz gut, aber wieso wir fürs Rollerfahren auf einen Berg CHF 30.- Busse bezahlen sollten, leuchtete uns nicht ein. Als wir nachfragten, meinte sie nur; für den Fall, dass wir in eine Polizeikontrolle kommen würden!

Noch immer war das für uns nicht nachvollziehbar, was für sie absolut offensichtlich sein musste.

 

Grundsätzlich sobald man in eine Polizeikontrolle kommt, möchten die Polizisten eine Busse verteilen, denn nur so nimmt man auch Geld ein. Entweder sie finden einen Grund, dass der Führerausweis unzureichend ist, oder sie erfinden eventuell einen weiteren Grund um Geld kassieren zu können. Sie empfahl uns eine Strasse zu nehmen bei der tagsüber nicht viele Kontrollen sein würden.

 

So buchten wir einen etwas besseren Roller Honda 150cc für 500.- Baht und dazu eine Versicherung für 100.- Baht. Also rund 600.- Baht, CHF 18.- für 24h Rollerfahren. Als wir nach dem Frühstück los und zur Stadt raus auf eine Schnellstrasse fuhren, ging es keine fünf Minuten bis wir in eine Polizeikontrolle kamen. Zuvor hatten wir beschlossen, dass Simon keine Kreditkarte und nur etwa 200.- Baht, CHF 6.- in seiner Börse haben sollte, der Rest war in mein Badetuch in meinem Rucksack eingewickelt. 

 

Der Polizist fragte uns zuerst aus welchem Land wir kommen würden, so wie jeder hier, immer!

Wie besprochen gaben wir nur in Schweizerdeutsch Antwort und er nickte als hätte er verstanden. Er fragte nach der 'Driver Licence' und damit beginnt für einige bereits das Problem, denn der gewöhnliche Führerausweis ist unzureichend, man benötigt einen Internationalen vom Strassenverkehrsamt. Den hatten wir natürlich beide für die Reise besorgt.

Simon zeigte seinen dem Polizisten und er überprüfte die Angaben genau, suchte nach dem Eintrag für Motorräder, denn hier geht für einige das Problem weiter. Gewisse Roller darf man nur mit der besagten Kategorie im Ausweis fahren und diese muss genau ausgezeichnet sein, was nicht jedes Land so macht. Der Stempel zählt. Erstaunt stellte der Polizist fest, dass Simon sogar die Kategorie B in seinem Führerausweis hatte, denn er fuhr seit 2014 eine Suzuki GSX-R 600 mit 125Ps. 

 

Der Polizist lachte das berühmte Lachen, wenn die Thailänder einsehen, dass sie dich wohl nicht abzocken können, gab uns einen Thumbs-up und winkt uns weiter.

Natürlich verstehen wir diese Form von ausgebreiteten Kontrollen im Sinne der Sicherheit des Volkes gegen unzureichend ausgebildete Touristen, in einem Land in dem dreizehnjährige Jungs ohne Helm unproblematisch Roller fahren dürfen, während sie essen und am Handy sind. Sicherheit geht natürlich vor!

Twin Chedi

Der Roller zahlte sich auf der Fahrt nach oben aus, je Dünner die Luft wurde umso weniger Leistung hatte er. Es wurde immer kälter und zwischen den Schatten und Sonnenseiten der Fahrt bestand gefühlte 15 Grad Unterschied. Etwa zwei Stunden und 2565 Meter hoch fuhren wir bis wir oben auf dem Berg ankamen, bei den Twin Chedi um genau zu sein. Zwei Türme umringt von wunderschönen Gärten, erbaut zur Ehre vom König und der Königin. Die Thailänder nennen diese Bauten das Dach von Thailand. 

Bei unserer Ankunft war es gerade mal noch 16 Grad und wir waren froh um unsere warmen Sachen, die wir nun zum ersten Mal in Thailand nutzen konnten.

 

Wir liefen durch die Gärten, welche wunderschön angereiht und gepflegt waren. Sahen von der Mauer runter in die Ferne und waren sehr beeindruckt. Die Luft war zwar dünn aber rein, und die Sonne fühlte sich wohlig an auf der Haut. Alles schien viel friedlicher hier oben und man war geneigt ewig in die Ferne zu starren und seinen leisen Gedanken zu folgen. 

 

Die Bauten selbst konnten per Rolltreppe oder normaler Treppe erklommen werden. Sie waren umgeben von künstlerischen Bauten aus Stein, welche diverse religiöse Geschichten zeigten. In dem Turminnern fand man Götzen des Buddhas und betende Menschen an. 

Wir liessen die Drone im Garten steigen und für einmal kam niemand der uns sagte, dass wir dies nicht tun dürfen. So konnten wir wunderschöne Bilder von Oben festhalten und aufzeigen wie beeindruckend dieser Berg ist. Auf jeden Fall einen Besuch wert. 

 

Auf dem Weg dorthin kann man gut einen Stop einlegen bei dem Wasserfall Mae Klang. Aber Vorsicht, es begegnen einem dort auch frei lebende Schlangen, die zwar ungefährlich sind, im Überraschungseffekt aber ganz schön für Herzrasen sorgen können.

 

Gute zehn Minuten Fahrt von den Türmen weiter an die Bergspitze findet man fröstlige zehn Grad an und einen Militär Stützpunkt mit Observatorium. Erneut ein Ort an dem einem gesagt wir, dass man keine Drohnen steigen lassen darf. 

 

Dort kamen auch sieben Thailänder gelaufen, bewaffnet mit Selfie Sticks, die Fotos mit uns machen wollten. Jeder einzelne mit uns beiden und darauf noch mit mir alleine. Wir kamen uns vor wie eine Touristenattraktion, dabei waren wir doch die Touristen.

 

Die Fahrt zurück war kalt, lange und dunkel und trotzdem war es dieser Ausflug auf alle Fälle wert gewesen. Die Benzinkosten betrugen 180.- Baht, CHF 5.40 und somit hatten wir ein ganzes Ticket gespart, gegenüber der Tour Buchung.

Fazit Chiang Mai

Chiang Mai war die bisher westlichste Stadt in Thailand, es war sauber, hatte Abfalleimer und wirkte sehr geregelt und strukturiert. Eine sehr schöne gepflegte Stadt, in einem riesen Kontrast zum vorherigen Pattaya. In sechs Tagen konnte ich nur einen Ladyboy feststellen, Prostituierte sah man nie und die Stadt war äusserst ruhig. Die Läden machten hier gegen Abend zu und die Strassen schienen Nachts wie ausgestorben. Es gibt zwar eine Partyecke, aber sie wirkte künstlich. Chiang Mai war absolut nett! Nett ist ja bekanntlich die kleine Schwester von Scheisse, aber das meine ich hier nicht. Alles hat gestimmt, alles war rein und korrekt, die Leute, die Preise und somit war alles reibungslos nett.

Aber irgendwie auch langweilig. Für uns zumindest hat ein klein wenig der Charme oder die Seele gefehlt und wir würden nicht erneut so lange in Chiang Mai bleiben. Die Stadt hat tolle Tempel die man besichtigen kann, aber ja die gibt es überall.

 

Aus der heutigen Sicht, geht nach Pai! Denn hier sind wir gerade und ich kann es nicht erwarten davon zu berichten. Bis bald. 

verfasst am 27.1.2018