Pattaya January 15, 2018

Farbenfrohes Haus in Thailand.
Buntes Gebäude in Central Pattaya.

Dritter Stopp unserer Weltreise als Backpacker 

January 15 - 21 , 2018 Pattaya, Thailand

 

Unterkunft

Airbnb

Central Pattaya - Large Condo mit geteiltem Pool

CHF 16.- pro Nacht

nicht Gebäude auf dem Bild

 

Anreise 

mit Fähre von Koh Samet nach Ban Phe zurück (war hin&zurück Ticket) darauf mit geteiltem Taxi bis nach Pattaya.

 

Reisezeit: ca. 2 Stunden

Reisekosten je 250.- Baht (500), umgerechnet zu zweit CHF 15.-

 

Themen

  • Detaillierte Anreise Koh Samet - Pattaya
  • Treffen mit Matteo aus Rom
  • Transportmittel Erfahrungen in Pattaya
  • Wohn- und Einkaufsmöglichkeiten
  • Allgemeine Auffassung von Pattaya Central

 

Anreise von Koh Samet nach Pattaya

Am Pier von Koh Samet stellten wir erfreut fest, dass jenes Ticket welches wir an der Busstation Ekkamai in Bangkok nach Koh Samet kauften auch ein Rückfahrt-Ticket für die Fähre nach Ban Phe darstellte. Zu jeder vollen Stunde fuhr eine Fähre dorthin zurück. Auf einem Schild in Koh Samet lasen wir, dass es Mini Vans gab, welche von Ban Phe nach Pattaya jeweils um 9:00 - 13:30 - 17:00 Uhr fuhren. Wir wollten den 13:30 Van erwischen und nahmen somit die Fähre um 12:00 Uhr. Diese fuhr auch zuverlässig los und als wir in Ban Phe am Pier ankamen, fragten uns auch direkt zwei thailändische Frauen wohin wir weiter reisen wollten. 

 

Ein Mann der mit uns auf dem Boot und mir wegen seinem Tattoo am Fuss bereits aufgefallen war, stand auch bei diesen Frauen. Sie erklärten uns dass wir für je 250.- Baht ein Mini Van Ticket bekamen oder aber für auch je 300.- Baht ein Taxi zu dritt teilen konnten.

250.- Baht sind CHF 7.50 und 300.- Baht bereits CHF 9.-.

Abermals wollten wir uns mit dieser Info nicht abspeisen lassen und Simon entschied, sich lieber umzusehen und weiter zu fragen. 

In der Zwischenzeit fragte ich den Mann aus welchem Land er kam, und er stellte sich als den Italiener Matteo vor, der seit vielen Jahren zum Teil in Bali und zum Teil in Bangkok lebt.

'Piacere' sagte ich ihm und stellte mich als Halbitalienerin aus der Schweiz vor, mit meinem bescheidenen Italienisch.

 

Er lächelte freudig und wir entschieden uns weiterhin auf Englisch zu sprechen, als Simon auch schon zurück kam. Die eine thailändische Frau sagte daraufhin hastig, wir könnten das Taxi nun zu je 250.- Baht haben. Es war eine anderthalbstündige Fahrt und Matteo meinte aus Erfahrung dies sei ein anständiger Preis und so sagten wir zu.

 

Als das Taxi an der ersten Tankstelle anhielt, schickte er uns alle aus Sicherheitsgründen wieder aus dem Auto, was wir zuerst belächelten. Dann stellten wir fest, dass die meisten Autos in Thailand mit Gas fuhren, was für uns aussergewöhnlich, aber auch vorbildlich war. Matteo erzählte uns, dass selbst in Italien, Rom genauer gesagt wo er her kommt, viele bereits mit Gas fuhren. Wir kannten in der Schweiz niemanden und somit verblüffte uns dies sehr. Die Gastanks in den Autos waren auch der Grund, dass die bisherigen Taxis immer sehr wenig Platz in ihrem Kofferraum hatten und damit war ein Geheimnis mehr gelüftet. Wie auch schon in Bali besitzen sämtliche Autos bloss eine Klimaanlage und haben nicht die Fähigkeit zu heizen, was auch total Sinn macht, aber beim ersten Mal noch interessant zu sehen ist.

 

Die Fahrt mit Matteo war äussert interessant. Ein Mann der sich entschied in die Welt hinaus zu gehen und von dort aus zu arbeiten. Er hat seine eigene Firma die digitales Marketing, 2D Animationen und Augmented Reality Simulations anbietet. Aber seht selbst; TEOMATArts.com.

Er hat es geschafft ein freies Leben zu führen, weg von den nine to five Jobs in dieser Welt, der Routine, Fremdbestimmung und Hierarchien.

Nicht nur ist er sein eigener Chef der bestimmen kann wann er für wen arbeitet, nein er kann auch noch entscheiden wo er sich dabei gerade befindet. Das ist Selbstbestimmung, das ist Freiheit und das ist vor allem Mut.

Wie viele Menschen träumen von so etwas, aber wagen es nicht sich aus ihrer Komfortzone zu lösen und verharren lieber in ihrem ihnen bekannten Unglück, als etwas völlig Neues, Unbekanntes zu wagen.

 

Er fragte nach unseren Berufen und wir erklärten ihm das ich seit acht Jahren ein Beauty Geschäft führe und Simon als System Engineer an einem Abwehr Projekt des Militärs bei einer Firma arbeitete. System Engineer sei ein sehr gefragter Beruf in dieser Gegend, erklärte ihm Matteo, denn ein solch hohes europäisches Studium werde hier gut bezahlt. Wobei gut auch wieder Ansichtssache ist...

 

Im Gespräch mit Matteo merkte man, dass er ein durchaus spirituell lebender Mensch ist, der unnötigen Konflikten aus dem Weg geht und sich vom Leben leiten und führen lässt, was ihm anscheinend sehr gut bekommt. Es war ein sehr inspirierendes Gespräch und machte die Anreise zu einem Vergnügen. Seine Aussage, er sei mit vielen Ideen in die Welt hinaus gegangen, das Reisen aber habe seinen Horizont erweitert und sämtliche seiner Ideen hätten sich in Richtungen entwickelt, die er vorher nicht für möglich gehalten hatte, werde ich auf unserer Reise im Herzen tragen.

Transportmittel in Pattaya

In Pattaya angekommen hielt der Taxifahrer im Zentrum an und sagte zu uns, er lasse hier alle raus. Simon sagte ihm, er solle uns doch die 15min (laut Google Map) noch zur Unterkunft bringen, wir würden ihn dafür auch bezahlen. Er bejahte zögerlich und als ich ihn bat das Taxameter einzustellen, lachte er spöttisch. Bisher hatte noch kein einziger Taxifahrer in Thailand sein Taxameter benutzt, obwohl auf jedem Dach die Beschriftung "Taxameter" leuchtet, und sie wurden regelmässig sauer wenn man sie danach bat, als wäre es eine Beleidigung.

Wir fragten in was er für diese kurze Strecke wolle und er sagte uns 200.- Baht, erneut CHF 6.-

 

Das fanden wir dann doch zu viel und versuchten zu feilschen, woraufhin er uns auf die seltsam aussehenden Wagen mit Gittern hintendrauf wies. Er murmelte etwas von 40.- Baht und hielt an um uns raus zu lassen. Wir sollten es noch bereuen die 200.- Baht nicht bezahlt zu haben.

Songthaew nennen sich die Wagen mit Gittern hinten drauf, gewöhnliche Transportmittel in Thailand, welche aus umgebauten Pick Up Trucks bestanden. 

Sie fahren grundsätzlich in eine gewisse Richtung, picken unterwegs so viele Leute auf wie es geht und wenn man an der Stelle ungefähr ankommt, an die man wollte, konnte man mit einem Knopf eine ätzende Klingel betätigen und sie zum anhalten bewegen.

 

Tja doch das wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. 

An der Stelle an welcher der Taxifahrer uns raus liess, hielten in kürzester Zeit viele dieser Wagen an und forderten uns auf einzusteigen. Simon ging jeweils ans Fenster und zeigte ihnen unsere Unterkunft auf dem Navi, zu der wir hin wollten.

 

Als der dritte daraufhin einfach weiterfuhr, war Simon entmutigt und entschied sich nun auf das Grap App zurück zu greifen, welches uns vor unserer Abreise empfohlen wurde. Es funktioniert ähnlich wie Uber, man braucht sich vorher zu registrieren und kann nachher gemütlich mit Kreditkarte bezahlen.

 

Der einzige private Wagen der auf dieser App ersichtlich war, schien 20 min entfernt zu sein, doch wir bestellten ihn und verzogen uns in der Zwischenzeit in eine schattige Ecke. Wir konnten zusehen wie der Wagen sich fortbewegte auf dem App und als er fünf Minuten später bereits 25 min entfernt waren, bestellten wir ihn wieder ab.

Es war jedoch auch mit der App möglich ein klassisches Taxi zu rufen, welches aber nochmals fünf Minuten Wartezeit beanspruchte, während einem zwanzig weitere an der Nase vorbei fuhren. Da die meisten Taxifahrer aber kaum englisch sprachen und die Adresse durch die Globale Schriftart (Thailändische Sprache besitzt ein eigenes Alphabet) nicht entziffern konnten, fanden wir es keine schlechte Idee ein Taxi zu bestellen, welches offensichtlich über ein Thailändisches Navi verfügt.

30min später als wenn wir unserem ersten Taxi die 200.- Baht extra bezahlt hätten, kamen wir mit dem Crap Taxi für 190.- Baht endlich an.

Das Condo - Unsere Wohnung

Für gerade mal 16.- die Nacht hatten wir erneut auf Airbnb eine Unterkunft gebucht. Es war dieses mal aber eine vollständige Wohnung, mit kleiner Küche, Wohnzimmer und Balkon inkl. Waschmaschine. Wir freuten uns wahnsinnig über dieses zu Hause, endlich mal etwas Platz um sich auszubreiten, endlich ein Sofa um sich hin zu setzten und vor allem die kleine Küche mit der Möglichkeit selbst Essen zuzubereiten.

Von Aussen sah der Block heruntergekommen aus, jedoch von Innen war er sehr anständig und jeden Franken wert.

Zum Gebäude gehört ein Gemeinschaftspool, nichts Spektakuläres da es nicht mal Liegestühle oder ähnliches gab, dennoch freuten wir uns darüber.   

 

Gleich nach unserer Ankunft suchten wir im Netz Einkaufsmöglichkeiten heraus und gingen danach zum Big C, ein gigantisches Einkaufscenter. Dies war der erste Laden den wir in Thailand fanden, der kein 7-eleven oder ein einfacher lokaler Stand war.

Vor dem Einkaufscenter wollten wir Geld wechseln in einem der kleinen Exchange Büros. Bisher hatte bei jedem Wechsel eine Passkopie völlig ausgereicht, zum Teil wollten sie sogar gar nichts einsehen. Diese Dame hier jedoch schob meine Passkopie zurück und verneinte. Daraufhin ging ich zu dem zweiten Exchange Büro zehn Meter weiter, an der anderen Seite der Eingangstür, wo die Passkopie wieder freudig angenommen wurde.

 

Wir deckten uns gierig und dennoch sparsam ein und kauften Essen für 2000.- Baht, umgerechnet CHF 60.-

Dabei waren aber diverse Utensilien wie Salz, Pfeffer, Mayo und Butter die wir für die ganze Woche eingeplant hatten. Von nun an konnten wir immer zu Hause unser eigenes Frühstück zubereiten, was einiges günstiger kommt.

Zugegeben es war auch ein drei Liter Karton Rose Wein für CHF 18.- dabei, irgendwas muss man sich aber auch gönnen. Wein ist hier, wie auch schon in Bali, nicht sehr verbreitet und somit eher teuer. Doch wir gönnten uns zu unserem ersten selbstgekochten Abendessen den verhältnismässig billigen Wein und er schmeckte uns vorzüglich. Das erste Mal auch assen wir Salat, denn auf Reisen gilt grundsätzlich die Essens Regel; 

 

Cook it, peel it or leave it - koche es, schäle es oder lasse es.

 

Da wir ihn aber selber zubereiteten, genossen wir endlich mal wieder frischen Salat mit Pouletschenkeln, die Simon zubereitete. Es war ein herrlicher Schmaus und ein wundervoller Abend zu zweit in unserer bescheidenen vorübergehenden Wohnung.

Aussenansicht des Condo Spanish Road in Pattaya Thailand.
Unser Condo mit Pool in Pattaya.

Central Pattaya Review

Wir dachten unsere Wohnung sei ziemlich abgeschieden, jedoch wenige Schritte nach draussen, findet man bereits die ersten Bars, Restaurants, Apotheken und kleinen Shops. Die Strassenstände sind auch hier wieder stark vertreten und nach 30 min gemütlichem Spazieren ist man am Beach Walk angekommen.

Pattaya ist bisher das zivilisierteste Gebiet das wir anfinden, hier gibt es Toiletten mit Hand Trocknungsgebläse, während es an anderen Orten nicht mal Spülungen an den Toiletten gibt, geschweige denn Toilettenpapier. Die Stadt ist viel geräumiger und sauberer und trotz des Tourismus scheint sie ruhiger und moderner. Die Strassen und Gebäude sind erstaunlich gepflegt und selbst die Leute erscheinen modisch und westlich.

 

Was uns aber sehr auffällt ist das Durchschnittsalter der Touristen und ihr Geschlecht, denn wo immer man hin sieht, hervorstechend in Bars, findet man ältere Herren mit Bierbäuchen die sich mit jungen Thailänderinnen abgeben. Das klassische Bild vom Sextourismus in Thailand bestätigt sich besonders am Beach Walk. 

Zum Teil könnte man die jungen Thailänderinnen, welche Händchen haltend und schmusend mit den auffallend älteren Herren unterwegs sind, auch für Alterspflegerinnen halten. -

Pflegerinnen mit Benefits vielleicht.

 

Bei CHF 25.- pro Akt scheinen viele pensionierte Männer die noch über Viagra verfügen, sich einen Abstecher nach Pattaya zu gönnen.

Leute im unserem Alter sind tatsächlich rar gesät und dadurch waren wir bisher wenig gereizt an dem vermeintlich grossen Nachtleben von Pattaya teil zu nehmen.

Die Prostituierten schrecken auch nicht zurück deinen Mann in deinem Beisein anzumachen. Bei deinem Fernbleiben zerren sie sogar an ihm und versuchen ihn mit Nachdruck herein zu bitten.

Eigentlich können sie einem Leid tun.

 

Vielmehr bevorzugten wir die Tage die Einfachheit unserer kleinen Wohnung, in der wir bisher nur eine Kakerlake töten mussten, und den Poolbereich ohne Liegestühle. Wir machten täglich unseren Sport und hoffen auf Ergebnisse in ein Paar Wochen. Zudem spazieren wir gerne durch die Stadt und lassen uns von den vielen Eindrücken berieseln. 

Das Essen der Strassenstände ist tatsächlich sehr gut und lokales Essen ist auf jeden Fall empfehlenswert.

 

Zudem hoffe ich, dass das erste Video von Simon bald zu Ende geschnitten ist. Es ist unglaublich viel aufwendiger als angenommen, da er so viel modernes Equipment nutzt wie die Insta360 One, welche 360 Grad Aufnahmen machen kann.

Bleibt also dran, denn wir tun es auch. 

verfasst am 18.1.2018