Our Ibiza Wedding

Traumhochzeit am Strand von Ibiza im Restaurant Cas Mila San Josep. Ibiza Wedding Shop waren die Wedding Planner. Pastel rosa Rosen.
Romantische Strand Hochzeit in Ibiza beim Restaurant Cas Mila in San Josep.

Die Vorgeschichte oder wie wir uns kennen lernten

Weisst du, ich wollte immer schon heiraten. Oder besser gesagt, einen Mann finden der mich umbedingt heiraten will.

Doch dies erwies sich als alles andere als einfach. Mit zwanzig lernet ich einen älteren Mann kennen, der bereits geschieden war und zwei Kinder hatte. Er liebte mich gewiss, aber er konnte sich nie richtig zu mir bekennen. So wusste ich, wenn ich bei ihm bleibe, werde ich weder heiraten, noch Kinder bekommen. Mit fünfundzwanzig Jahren wusste ich es besser und wollte einen Mann finden, der das ganze Paket mit sich bringt.

 

So traf ich auf einen jüngeren Typen und wir verliebten uns so richtig Hals über Kopf. Ja es war beinahe krankhaft und das wurde es tatsächlich auch. Er sagte mir zwar alles was ich hören wollte, wie; wir werden heiraten und du wirst die Mutter meiner Kinder und dann sollst du wenig arbeiten und dich um uns kümmern. Ja mit meinen sechsundzwanzig Jahren und meinen bereits einigen Jahren als selbständig Tätige, klang dies wie Musik in meinen Ohren. Es klang wie eine Rettung. Denn ich betrieb auch meine Arbeit schon fast krankhaft, dies machte mich wohl so gut darin. Wir lernten uns an einem Sido Konzert kennen und immer wieder beteuerte er, dass er schon Sido dazu bringen würde auf unserer Hochzeit zu spielen. Gott war ich naiv, wie nur selten.

Naivität gehörte üblicherweise nicht zu meinen Eigenschaften. Aber für diesen Mann wäre ich gestorben und im Laufe der Beziehung starb ein Teil von mir auch. Mich wieder von ihm zu lösen, kostete mich alles. Aber darauf gehe ich vielleicht ein anderes Mal weiter ein.

 

Ja da war ich nun, 28 Jahre alt und single. In meinen vierten eigenen, einsamen Wohnung mit meiner dritten Ausstattung. Ach wenn du jemals mit jemanden zusammen ziehst, behalte erstmals deinen Kram. Ich hatte niemals die Erwartung früh zu heiraten oder Kinder zu kriegen. Sonst wäre ich wohl nicht 5 Jahre in einer Beziehung geblieben, ohne Aussicht auf diese Möglichkeiten. Aber ich wäre ganz gerne wenigstens verlobt gewesen vor meinem 30. Geburtstag. Dies hatte ich mit 28 Jahren gänzlich aufgegeben. Ja ich malte mir bereits aus, wie ich in dieser neuen Wohnung alt wurde und mir mindesten sieben Chihuahua`s zu legte. Die sind doch sowieso besser und einfacher als Mann und Kinder, richtig?

 

Ich verbrachte nach meiner Trennung ein gutes Jahr mit Arbeiten, Partys und Hangover am Sonntag. Weil der einzige Tag den ich alleine zu Hause verbrachte, der Sonntag war und ich in meinem Zustand auch nicht wirklich sozial tauglich war, lud ich mir Tinder runter.

Eine super Dating App, vor allem weil dir nur diejenigen schreiben können, mit denen du auch schreiben willst. Sprich beide müssen nach rechts wischen um den anderen zu bestätigen. So wurde Tinder mein Sonntags Sport vom Sofa oder der Badewanne aus.

Männer schrieben mir ihr Interesse und schenkten mir Komplimente und ich konnte in meiner Jogginghose gammeln. Ja niemals hätte ich mir ausgemalt, dass mit einem Swipe Right auch ein Mr. Right folgen würde.

 

Simon war bis anhin der schönste Mann den ich auf Tinder gesehen hatte. Er gefiel mir optisch wahnsinnig gut, doch ich bekam sofort den Eindruck, dass er der Typ war, der am Sonntag Fussball kuckt und dabei mit einem stillen Nicken, aber weiterhin störrischen Blick zum TV, seinen Aufriss von letzter Nacht verabschiedete, ohne sich an ihren Namen zu erinnern. Ich nahm es darum nicht allzu ernst, als ich mit ihm schrieb.

Unverblümt erzählte ich ihm, wie ich am liebsten in der Badewanne ertrinken würde, weil ich noch so sehr litt, von der Party die Nacht zuvor. Ich scherzte, dass ich deswegen meinen Schnorchel mitgenommen hatte. Sollte mir ja nicht ergehen wie Whitney Houston. 

Da er nach seiner Trennung auch das Partyleben wieder entdeckt hatte, wusste er genau wovon ich sprach und wir waren sehr auf einer Wellenlänge. Wir trafen uns im neuen Jahr am Treffpunkt am Hauptbahnhof Zürich und liessen sozusagen nie wieder voneinander los.

 

 

Der Antrag oder die Anträge

Wir gingen jedes Wochenende miteinander aus. Unsere Freundeskreise verbanden sich, verschmolzen und wurde zu einem einzigartigen, eisernen Kern, der Spass einfach hatte. Wir zeigten uns unsere Lieblingslieder, lachten, tanzten und hatten eine wundervolle Zeit. Einmal wollten wir einen ruhigen Abend machen, gingen bloss ins Kino, danach was trinken und wollten später nach Hause. Wir liefen zum Bahnhof Hardbrücke und der Hive Club rief förmlich nach uns. Wir konnten einfach nicht widerstehen.

 

Was wir nicht wussten war, dass in dieser Nacht dort eine Homosexuelle Party lief, die Nacht der Blumen. Der Club war wunderschön dekorierter mit allerlei echten Blumen und vollgestopft mit Leuten, wie nur selten. Wir fanden hauptsächlich leicht bekleidete Männerscharen vor, die sich schon mal gegenseitig ihr Finger an dem Ort verschwinden liessen,  wo nie die Sonne scheint. Ich war ziemlich amüsiert und sehr gespannt auf Simon`s Reaktion. Alle Männer drehten sich nach ihm um, es war eigenartig für mich, dass er so im Mittelpunkt der Männlichen Aufmerksamkeit war. Dann setzen wir uns in eine Lounge zu einem Typen, der ein Nickerchen hielt und tranken unsere Cocktails. Der Typ wachte auf, schaute sich um und legte lallend seinen Kopf auf Simon`s Schulter. Ich starte ihn gespannt an und er?

 

Er tätschelte dessen Kopf und fragte ihn ob er Wasser benötige. Dies war der Moment da ich wusste, diese gute Seele von Mann, der so klar kommt mit seiner eigenen Sexualität, denn musst du behalten. In dieser Nacht lernten wir noch ein Männer-Paar kennen, welches bis heute zu unseren guten Freunden gehört. Was ein spontaner Abstecher alles bewirken kann. Irgendwie musste dieser Abend aber auch ihn beeindruckt haben, denn als wir nach Hause kamen, bastelte er mir aus einer Geschenkpackung einen Ring und machte mir den ersten Antrag.

Nun wusste ich, er würde mich heiraten wollen.

 

Etwa einen Monat später, setzte er diesen Antrag noch richtig um. Als ich von der Arbeit kam, waren da schon Kerzen im Flur des Wohnblocks. Ich hatte ihm irgendwann zuvor einen Schlüssel zu meiner Wohnung gegeben. Ich trat also in meine Wohnung und fand dort ein Kerzen/Rosen-Weg an, der ins Wohnzimmer führte. Darin war eine Art Altar aufgebaut mit Kerzen und einem bezaubernden Foto von uns.

 

Da trat auch schon mein baldiger Verlobter ein, im Anzug, verschwitzt und zittrig und ging vor mir auf die Knie um mir die Frage aller Fragen zu stellen. Ich kann mich an kein einziges Wort erinnern, das er gesagt hatte und warf mich ihm freudig um den Hals, während ich ein Ja ausstiess. Er hatte etwa 36 Stunden damit verbracht, den perfekten Ring in einem Online Configurator zu kreieren, was ziemlich gut beschreibt, wie aufmerksam er sein kann.

 

Danach gab er mir den grössten Strauss Rosen, den ich je bekam und setzte mich an den Tisch, wo er bereits mein Lieblingsessen vorbereitet hatte. Auch dabei kannst du dir gut eine Vorstellung machen, was für ein selten romantischer Typ mein Mann ist. 

Wir entschieden uns aber dafür erst einmal den Sommer zu geniessen und erst im Herbst mit der Planung zu beginnen.

 

 

Die Hochzeitsvorbereitung

Für den September entschieden wir uns, weil wir dachten, dann sind alle aus ihren Ferien wieder zurück und trotzdem sollte es noch warmes Wetter sein. Für den 9.9. weil es ein schönes Datum an einem Samstag war. Somit setzten wir den 9.9.17 fest und planten alles rund herum. Wir starteten im September zuvor und besprachen unsere Ideen.

Für mich hätte eine einsame Hochzeit, irgendwo an einem Strand ausgereicht. Aber mein Mann wünschte sich, dass wir unsere Familie und Freunde dabei haben würden und vor allem und wie so oft, eine gigantische Party daraus machten. Somit argumentierten wir hin und her, bis es schliesslich beides wurde. Eine Strandhochzeit mit Familie und Freunde im schönen Ibiza. Dort waren wir beide schon und Ibiza passte einfach zu uns und unserem Lifestyle. Ein wenig Hippy, ein wenig Fashion, ruhig und schön und doch laut und schrill. Ibiza ist total kommerziell und gleichzeitig völlig alternativ. Es ist so abwechslungsreich und aussergewöhnlich wie auch wir und unsere Bedürfnisse.

 

Wir fanden die Wedding Planner; Ibiza Wedding Shop.

Unser Datum war noch frei und unsere Umfeld begeistert von der Idee, somit war es entschieden und damit ging die richtige Planung erst los.

Sie sandten uns viele Unterlagen, die die Auswahl erleichtern sollten. Trotzdem war es ein riesiger Aufwand, sich mit allem zu befassen und uns zu entscheiden. Wir wählten die Location/Restaurant Cas Mila aus, ein wunderschöner, traumhafter Ort direkt am Strand.

Deko, Blumen, DJ plus Musikstil und des weiteren konnten  wir alles aus dem Katalog auswählen. Dazu kam aber noch diverses wie das Kleid, Anzug, Accessoires, Ringe und Weiteres ausfindig zu machen.

 

Es wollte alles kein Ende nehmen; Hochzeitsmessen und Juweliere besuchen, sowie Zeitschriften und Internet durchstöbern.

Unsere Ringe fanden wir dann bei Acredo Trauringelounge in Wädenswil. Die haben eine riesen Auswahl und beraten einem bis zur absoluten Zufriedenheit. Finde ich persönlich sehr empfehlenswert. Mein Kleid fand ich bereits im zweiten Geschäft. Es war genau wonach ich suchte und ich fühlte mich so bezaubernd darin. Die Hochzeitsgalerie in Murg kann ich total empfehlen, es war eine sehr warme, herzliche Atmosphäre anzutreffen, zudem bekam ich eine ausführlicher Beratung. Selbst als ich hin und her gerissen war zwischen meinem Kleid und einem zweiten, welches ein ganz anderer Typ war als ich ursprünglich suchte und zudem noch teurer, empfahl die Verkäuferin mir mein Kleid. Die vollkommen richtige Entscheidung.

 

Im Juni 2017 flogen wir für wenige Tage nach Ibiza, um unsere Wedding Planner zu treffen und die Location live zu sehen. Da die Air Berlin unbekannterweise kurz vor dem Konkurs stand und viele Flüge zeitlich verschoben wurden, mussten wir auf einmal Morgens um 6 Uhr statt Abends um 18 Uhr fliegen. Welch ein spannendes Glück, dass wir dies am Vorabend um Mitternacht, beim Versuch ein Online Check in zu machen, erst feststellten. Somit hatten wir eine Freinacht eingelegt, um dann Morgens um 4:00 Uhr am Flughafen zu sein. Sehr erschöpft kamen wir in Ibiza an.

 

Die Location für unsere Hochzeit, die wir antrafen, überzeugte uns überhaupt nicht. Zum Glück konnten wir sie tatsächlich noch wechseln, zum wunderschönen Restaurant Cas Mila. Ich hatte ein Probeschminken und Hairstyling gebucht, bei dem das Make up sensationell, jedoch die Haare eine reine Enttäuschung waren. Die Frisur sollte mich dann noch bis zum Hochzeitstag beschäftigen. 

All diese Dinge aus Entfernung zu buchen und nur wenige Möglichkeiten zu persönlichen Interaktionen zu haben, war grundsätzlich anstrengend. Trotzdem waren wir weiterhin überzeugt das für uns Passende gefunden zu haben. 

 

Am Hochzeitstag wollten wir alle mit einem Tanz begeistern. Salsa und Bachata hatten wir dafür ausgewählt und nahmen ca. 6 Monate Tanzunterricht bei der Tanzfabrik in Lenzburg.

Drei Wochen vor der Hochzeit trat Simon in ein Loch am Boden. Dies passierte während der Badenfahrt in Baden AG, dies ist ein irrsinniges Stadtfest, dass so nur alle 10 Jahre stattfindet. Ich fuhr mit Simon in die Notaufnahme und wir fanden heraus, dass seine Bänder am Fuss angerissen waren. Er musste eine Schiene und Krücken tragen, somit war es vorbei mit den Tanzstunden und Übungsmöglichkeiten.

Ich blieb erstaunlich ruhig und hoffte auf das Beste, obwohl mir der Tanz schon äusserst wichtig war.

 

Kurz vor der Hochzeit konnten wir beschränkt wieder anfangen mit dem Üben. Doch die Zeit lief uns davon und wir hatten erst zwei fehlerfreie Durchläufe zuvor, so dass ich doch langsam nervös war, ob wir uns nicht doch noch völlig blamieren würden.

In den Tagen vor der Hochzeit, erledigten wir jede freie Stunde die letzen Dinge;

Musik auf MP3 für den DJ, inkl. unseren Zeremonie und Tanzsongs, alle Kleider und Accessoires einpacken, die letzten Instruktionen mit den Wedding Planners und Hochzeitsgästen, Treffen mit den Trauzeugen und und und.....

Bis Donnerstag Abend arbeiteten wir noch und am Freitag Morgen, dem 8.9.2017 stand bereits die zivile Trauung an.

Die zivile Trauung 8.9.2017

Die sonnige freudige Hochzeit im Stadthaus Zürich Schweiz von Stefanie und Simon.
Zürcher Stadthaus zivile Hochzeit in Kleid und Anzug mit Blumenstrauss. Peace!

Am Freitag morgen war die Vorfreude auf die zivile Trauung gross, auch wenn wir das Fest in Ibiza als unsere wahre Hochzeit betrachteten, waren wir doch auch aufgeregt, über den rechtlichen Teil. Wir zogen uns im Haus meiner Schwiegereltern an und stylten uns auch selbständig. Meine beste Freundin und Trauzeugin Linda traf auch hier ein und trug ein wunderschönes mint-farbenen Kleid und dazu hohe, beige Schuhen.

 

Mein Mann trug sein massgeschneiderten Hugo Boss Anzug, den er ursprünglich für Vorstellungsgespräche anfertigen liess und ich hatte ein kurzes, weisses Kleid geliehen. 

Meine Cousine, eine gelernte Floristin, hatte mir einen wunderschönen, eigens kreierten Blumenstrauss geschenkt und eine passende Ansteckblume für meinen Mann.

 

Wir entschieden uns mit dem Zug in die Stadt zum Standesamt zu fahren, wo wir auch unseren Trauzeugen Dani, den besten Freund meines Mannes, antreffen würden. Es war dann doch etwas seltsam in diesem Aufzug, mit den öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs zu sein, denn die Leute sprachen uns an und gratulierten uns bereits.

 

Dani hatte uns erst am Abend zuvor per SMS angefragt, was wir denn nun für die zivile Trauung tragen würden. Wir antworteten, dass wir natürlich im Kleid und Anzug anzutreffen sein werden. Er hielt dies tatsächlich für ein Witz, war leider auch nicht mehr allzu nüchtern, als er uns schrieb und kam tatsächlich in Jeans und T-shirt an. Wir amüsierten uns köstlich über seine Scham und dies machte den unpassenden Auftritt wieder wet.

 

So gingen wir wie erklärt, zum ersten Stock und zogen lachend ein Nümmerchen am Schalter, um dann festzustellen, dass wir doch am falschen Ende des Gebäudes waren. Beim richtigen Ort brauchte man auch kein Nümmerchen mehr und sie erwarteten uns bereits.

 

Wir waren sehr freudig aufgeregt und wurden in einen schönen Saal, mit farbigen Fenstern hereingeführt. Eine nette Dame sprach erst einmal ein nachdenklich stimmendes Gedicht und fragte uns am Ende ob wir uns rechtmässig trauen wollen. Wir sagten beide JA, tauschten die Ringe aus und unterschrieben den Vertrag der uns vor Gesetzt nun zu Frau und Mann machte. Es war eine kurze aber überraschend nette und wertvolle Zeremonie und gefiel uns recht gut. Euphorisch verliessen wir das Gebäude und wurden von Dani mit einer Flasche Champagner und Gläser überrascht. Wir tranken, lachten und machten Fotos, es war ein friedlicher, inniger Moment.

 

Danach gingen wir zu viert ins Kingscave im Central von Zürich essen, eine nette Idee von meinem frisch angetrauten Mann. Es war ein edler, ja doch königlicher Raum mit pompösen Tischen und Sessel, und das Essen war deliziös. Ein unscheinbarer aber unvergesslicher Morgen.

Daraufhin fuhren wir bereits wieder ins Haus meiner Schwiegereltern zurück, dieses mal mit dem Taxi. Dort angekommen stiessen wir mit allen an, um gleich darauf fertig zu packen und alle zusammen mit zwei Taxis zum Flughafen weiter zu fahren. Bereits bei der Gepäckaufgabe trafen wir die ersten unserer Gäste an und viele weitere folgten noch bis zum Gate. Es war ein Gewusel und für mich als potenzieller Kontrollfreak, purer Stress. 

 

Als wir mit über 30 von 50 Gästen im Flieger sassen, war das schon ein speziell tolles Gefühl.

Wann sonst kennt man auf einem Flug die gefühlte Hälfte aller Passagiere?

 

In Ibiza angekommen, dirigierten wir die Gäste zu ihren Apartments und trafen sie später, nach kurzem Abladen, in unserem ausgewählten Restaurant an. Es war ein ausgelassener Abend und die Stimmung unter unseren Gästen, die sich zum Teil schon kannten, war grossartig.

Nicht allzu spät zogen wir uns zurück in unsere 12-köpfige Villa mit Pool um uns auf den morgigen Tag vorzubereiten.

Unsere Ibiza Beach Wedding Hochzeit.

 

Ibiza Wedding Day 9.9.2017

Der Strand in San Joseph Ibiza, beim Restaurant Cas Mila eignet sich wunderbar für wunderschöne Hochzeitsfotos.
Romantisches sinnliches Hochzeitsportrait von Stefanie und Simon am Strand von Ibiza.

Am Morgen von unserer Hochzeit als ich erwachte, wollte ich umbedingt noch einmal unseren Tanz proben. Wir gingen auf eine riesige Terrasse der Villa und schalteten die Musik ein. Bei der ungefähr dritten Tanzfigur liess Simon die Nächste aus, und war so verwirrt, dass es kein Weiterkommen gab. Ich brach in Tränen aus, den heute Abend galt es ernst. Er versprach mit daraufhin, dass es garantiert funktionieren würde, wenn es ernst galt.

 

Meine ersten drei Freundinnen, Jasmin, Nadia und Tanja waren zu dem Zeitpunkt bereits ins Beauty Studio gefahren. Meine Mutter kam in der Villa an und gemeinsam mit ihr und meiner Trauzeugin fuhren wir auch dort hin. Mein Chihuahua Jamiro und der von Nadia Chilli waren auch mit dabei. Alle wurden geschminkt und frisiert.

 

Überraschenderweise kam eine andere Stylist um die Haare zu machen, als diejenige die ich im Juni für mein Trial hatte, was mich kurz beunruhigte. Dann sah ich aber ihre tollen Ergebnisse und freute mich bereits auf mein Styling. Ich war zu letzt dran, das ist üblich, und gefiel mir umwerfend.

 

Der Videograph kam vorbei und filmte uns in unseren Bademänteln, mit der Aufschritt: Bride und Bridesmaid. Es waren nur kurze Aufnahmen, dann verabschiedete er sich in sehr schlechtem Englisch und erklärte, er müsse jetzt zur Hochzeitslocation. Meine drei Freundinnen waren während der Aufnahmen bereits zur Location gegangen, so dass er mich noch im Hochzeitskleid filmen konnte. Ich blieb zurück mit meiner Mutter und Trauzeugin, währenddessen informierte die Stylist, dass der Fahrer uns nun abholen könne.

 

Nun war ich schlagartig aufgeregt. Die Styling-Situation war so entspannend und für mich gewöhnlich, dass mir der Ernst der Lage, leicht entgangen war. Der Fahrer würde mich nun zu meiner Hochzeit bringen, dabei schaute ich zum ersten Mal seit langem zum Fenster hinaus. Draussen war es erstaunlich grau und windig geworden, doch ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, denn der Wagen fuhr bereits vor. Am liebsten wäre ich stattdessen wo anders hingefahren, an einen Strand oder ähnliches, aber bestimmt nicht zu meiner eigenen Hochzeit, denn die Spannung stieg ins unerträgliche. 

 

Als wir ankamen, warteten bei der Location unsere Wedding-Plannerin Virgina, die Zeremonie-Rednerin Ruth, der Fotograf Dario und der Videograph von zuvor, Fernando, auf uns. Sie begrüssten uns freudig und aufgeregt, doch alles was mich interessierte war; was mit dem Wetter los sei. Ich wurde kurz beruhigt, dass wenn es wolkig sei, dafür nicht allzu warm werde und es einen wunderschönen Sonnenuntergang mit vielen Farben gegen würde. Das sollte nicht stimmen, aber dies würde ich erst noch heraus finden. 

 

Ich wurde auf das Dach geführt, weil ich danach eine geschwungene Treppe hinab kommen würde. Oben blieb ich kurz mit meiner Mutter, Trauzeugin und meinem Hund, für ein paar Aufnahmen, dann ging zuerst meine Mutter nach unten, wo die Gäste bereits Platz nahmen und mein noch Verlobter sich an den Altar stellte. 

Unser Lieg begann:  Johnny Stimson mit dem Song Holding on und meine Trauzeugin ging zuerst die Treppen runter, wobei sie bereits die ersten Tränen auslöste. Die Video-Drohne stieg mit einem starken Surren in den Himmel hoch und meine Wedding-Plannerin beauftragte mich die Treppe hinunter zu gehen.

 

Ich erwartete ein Treppengeländer an dem ich mich festhalten könnte und war überrascht, dass sich keines da befand. Kaum hatte ich zwei Schritte gemacht, sah ich runter auf die ganze Hochzeitsgesellschaft und blieb erst mal stehen. Ich hatte mir vorgestellt, erst mal um die Treppenrundung gehen zu müssen, bevor ich jemanden sehen konnte, oder jemand mich.

Nach kurzem Innehalten und lächeln, lief ich die Treppe dann vollständig hinunter und nahm nicht viel um mich herum wahr. Ich wechselte meinen Blick vom Vater von Simon der unten an der Treppe auf mich wartete, zu Simon selber und zurück. Die Gäste, die Dekoration, das Ambiente, nichts davon nahm ich wahr. Ich war in einem Tunnelblick und ihn einer Anspannung gefangen, die ich bisher nicht kannte.

Mein Schwiegervater nahm mich in Empfang und führte mich einmal um die Gäste, zum Teppich der mich zu meinem zukünftigen Mann führte, mein Kleid jedoch fies ausbremste. Als er mich Simon übergab, liefen ihm Tränen runter, was für ein bewegender Anblick, doch sofort dachte ich mir; müsstest du denn jetzt nicht auch weinen?

Wir hielten uns die Hände und die Rednerin begann in Deutsch, aber mit schottischem Akzent, der sich sehr charmant anhörte, uns zu trauen. 

Trauung von Stefanie und Simon im September 2017 in San Josep Ibiza. Wunderschöne, romantische Traumhochzeit organisiert von Ibiza Wedding Shop.
Romantische Strand Hochzeit in Ibiza beim Restaurant Cas Mila in San Josep.

Als sie ihre Rede beendete und wir uns das Ja Wort gaben, wies sie darauf hin, dass wir uns nun gegenseitig unsere Vows erzählen und wir dazu Jamiro, den Superstar, meinen Hund benötigen, der nun die Ringe bringen würde. Alle schauten zurück zum Anfang des Teppichs, dort hatte meine Freundin Nadia bereits Jamiro platziert, ich rief ihn beim Namen und dem Befehl Ringe und da kam er freudig angewackelt. 

 

Das Kissen mit den Ringen um den Hals, nahm ich ihm ab und er verblieb danach auf dem Schoss meiner Mutter. Simon hielt meinen Ring in den Händen, hielt das Mikrofon in der anderen und brachte sein Vow hervor, dass viele in Tränen ausbrechen liess.

Ich war gerührt, aber nach wie vor zu angespannt und konnte keine Träne vergiessen. Doch seine Worte waren tief-gehend und sehr ausgewählt. Ja, ausdrücken kann sich mein Mann gut. Als er zu Ende war, steckte er mir den Ring an und wir strahlten beide.

 

Nun war ich an der Reihe:

Die Vows waren etwas, wozu wir erst die letzten Tage vor der Hochzeit dazu kamen, uns damit auseinander zu setzen. Auf einem Spickzettel in der Umkleidekabine des Ibiza Beauty Shop's, las ich noch eine Stunde zuvor, meiner Trauzeugin das erste Mal mein Vow vor, woraufhin sie weinen musste. Diesen Spickzettel schob sie mir nun zu und ich began meine Rede, möglichst frei und ohne ab zu lesen. Ab und zu benötigte ich einen Blick, um wieder meinen Leitfaden zu finden und nichts zu vergessen. Ich sagte ihm, dass er nur knapp verhindert hatte, dass ich mit 7 Chihuahua's alleine in meiner Wohnung endete und damit war das Eis gebrochen. 

 

Am Ende steckte auch ich ihm seinen Ring an und wir waren durch etwas endloses Geometrisches für immer verbunden.

Ruth führte mit uns eine Sandzeremonie durch, bei der wir beide ein Fläschchen voll Sand in ein grösseres Fläschchen kippten und stellte uns nun als Mann und Frau vor. Wir durften uns endlich küssen! Dies war der authentische Moment der ganzen Zeremonie.  

 

Wir liefen nun, wieder vom Teppich ausgebremst, durch die Gäste, wobei unsere Trauzeugen uns mit Rosenblätter bewarfen. Am Ende angekommen, übergab uns Virgina zwei Champagner Gläser, mit denen wir nun mit unseren Gästen anstossen durften. Zum ersten Mal sah ich unsere Gäste direkt und ihre Gesichtsausdrücke, Tränen und Worte waren überwältigend. Endlich erhielt ich Reaktionen von ihnen, die aus unerklärlichen Gründen, so wichtig waren, um meine eigenen Gefühle zu spüren und zu verstehen.

Als alle gratuliert hatten und zum Apero runter gingen, kamen wir nach und fanden eine losgelöste Stimmung vor. Doch nur kurz konnten wir mit allen was trinken, nach Essen war mir sowieso nicht und dann ging es auch schon zum Gruppen-Fotoshooting über. 

 

Da stehen, in die Kamera lächeln, während deine Familie und Freunde zu dir hin und wieder von dir weg geschickt wurden. Es war unmöglich festzustellen wer schon alles neben einem stand und wer noch nicht. Die Liste arbeitete meine Freundin Jasmin ab und auch sie kannte nicht alle Gäste persönlich, geschweige denn ihren Zusammenhang. Sie konnte bloss Abschnitte aufrufen wie: 'Familienseite der Mutter der Braut'. Wer nicht mitbekam, dass er gemeint ist, blieb beim Shooting aus, was schade war. Mitten im Shooting brach der Fotograf ab und empfahl uns mit unserem Paar-Shooting am Strand weiterzumachen und das Gäste-Shooting später weiterzuführen. 

Wir die Hochzeitsmarionetten, die wir waren, nickten wir bloss und gingen mit an den Strand, ohne wirklich zu realisieren weshalb dieser Unterbruch wohl nötig war.

 

Am Strand angekommen sollten wir etwas am Meer entlang laufen, doch niemand gab uns weitere konkrete Anweisungen wie wir zu posen hätten. Zum Glück hatten Simon sowie auch ich div. Shooting Erfahrung und begannen nach besten Wissen mit ein paar lieblichen Posen. Wir schauten uns verliebt an, er küsste mich auf die Stirn, ja wir tanzten sogar ein wenig miteinander, in der Hoffnung dies würde alles gut aussehen auf den Bildern. Da wir einen Fotografen, einen Videografen und eine Dame hatten, welche die Video-Drohne bediente, war es auch nicht offensichtlich auf welche Linse wir uns konzentrieren sollten, und ob wir posen und somit stillstehen oder uns besser bewegen durften.

 

Grundsätzlich fühlte ich mich ziemlich im Stich gelassen, dort unten am Strand mit den drei Spaniern, welche nur wenig Englisch konnten und uns einfach mal machen liessen. Eigentlich hatte ich meine Trauzeugin im Vorfeld gebeten, umbedingt bei diesen Shooting zu assistieren, da es aber ein Problem bei der Tischordnung gab, fühlte sie sich verantwortlich, war auch die Einzige, ausser uns, die Kenntnisse hatte und blieb zurück bei der Location. Sie beauftragte Jasmin uns zu folgen und ihren Posten zu übernehmen, doch leider schien sie den Auftrag nicht vollkommen verstanden zu haben, denn sie kam runter gelaufen mit meinem Hund auf dem Arm, welchen ich tatsächlich beim Shooting dabei haben wollte, doch bevor ein erstes Tröpfchen ihren Kopf erreichte, setzte sie den Hund ab und machte under dem Dach kehrt und hörte unser rufen nicht mehr.

 

Da standen wir nun alleine mit der Fotografen-Gruppe und dem unbeaufsichtigten Hund am Strand und ja ihr habt richtig gelesen: Tröpfchen.

Was mir bei all der Anspannung und dem Stress, (denn ja es ist Stress, eine Hochzeit ist eine Menge Stress zuvor, währenddessen und sogar noch danach), nicht aufgefallen war, es begann zu regnen!

 

 Kein farbiger Sonnenuntergang der in den Wolken brach, keine Abendstimmung auf den Bilder, nein es dunkelte unheimlich schnell und über uns hing ein dramatisch dunkelblauer Himmel der anfing zu nieseln. Ich fühlte die Feuchtigkeit auf meiner Haut, doch war weiterhin vertieft ins Lächeln und Blicke werfen, dass erst als die Rednerin Ruth zu uns lief und mit uns sprach, ich langsam realisierte was dies zu bedeuten hatte.

Sie erklärte uns, dass sie nun bereits drei Mal sämtliche Gläser abgetrocknet hatten und ihnen nun nichts weiter übrig blieb, als die Tische nach drinnen zu verlagern.

Weisse Stühle und Tische in romantischer Lage auf der Terrasse des Restaurant Cas Mila in San Josep Ibiza. Wedding Planner: Ibiza Wedding Shop.
Das Hochzeitsessen auf der Terrasse des Restaurant Cas Mila in Ibiza.

Ich bat sie noch einen Moment zu warten, vielleicht zog der Regen ja bald weiter. Doch es war bereits 20:30 Uhr und eigentlich hätten wir mit dem Essen um 20:00 beginnen sollen. Das rein transportieren benötige weitere Zeit und somit sei es nun an der Zeit, sich für den Wechsel zu entscheiden.

 

20:30 Uhr wo war die Zeit geblieben? Wir hatten noch nicht mal das Gruppen-Shooting abgeschlossen, hatten wenige Paar-Fotos geschossen und war bereits 30min verspätet. 

Im Alltag trage ich stets eine Uhr, aber da dies sich nicht schickt als Braut war ich zeitlos und dies war erneut ein Moment an dem ich diesen Brauch ablehnte.

 

Verzweifelt musste ich zustimmen und sie zog von dannen, während auch das Shooting wegen dem Regen nun ganz abgebrochen wurde. Betrübt gingen wir zurück zu unseren Gästen, die unerwartet im Düstern aber under dem Festzelt sassen, was jedoch deren Stimmung keine Minderung gab. Ich lächelte gezwungen nach links und nach rechts, zog durch den Gang bis ans Ende, direkt an die Bar!

 

Um 21:00 Uhr schüttete es aus Eimern und wir mussten mit allen Gästen die Treppe zum Speisesaal rauf rennen. Oben angekommen platzierte Virgina die Wedding Plannerin uns neben dem Eingang des Speisesaals. Die Tischordnung auf Pergament geschrieben, hing an einer Vintage Leiter direkt neben dem Eingang und zeigte 5 Tische auf, welche alle nach Städte-Namen benannt waren. Auf den Tischen standen jeweils die Wahrzeichen dieser Länder als Figur, die wir selbst aufgebaut hatten. Als alle Leute ihren Platz gefunden hatten, präsentierte Dani der Trauzeuge noch einmal das frische Ehepaar und wir kamen bei tosendem Beifall durch den Eingang gelaufen.

Ich schaute mir den Raum an, der süss aber etwas eng, doch vor allem nett eingerichtet und dekoriert war und setzte mich an meinen Platz der mit einem MRS-Tafel gezeichnet wurde.

Das Essen wurde serviert und als ich mich mit der Situation doch langsam anfreunden konnte und den ersten Bissen zu mir nahm, hörte ich das qualvolle unaufhörliche Jaulen meines Hundes.

 

Ich sprang auf, eilte durch den Raum und sah eine Kellnerin mit meinem Hund auf den Arm herbei kommen. Wie ein Blitz traf mich die Erkenntnis, dass sich niemand um meinen Hund gekümmert hatte und ich nicht wissen konnte, woher er gerade kam. Ich hatte mein Umfeld gebeten, auf ihn zu schauen, da es mir als Braut nicht möglich war, ständig nach ihm zu sehen. Womöglich würde ich ihn heute nicht mehr an meine Hochzeit mitnehmen, auch wenn es mir zuvor unheimlich wichtig war ihn zu integrieren. 

 

Sofort untersuchte ich ihn, zog ihm seinen Anzug aus, schaute mir jede Pfote an, seine Schnauze und tastete seinen Bauch und Rücken ab. Nichts! Er jaulte unaufhörlich und riss seine Augen weit auf und ich stellte resigniert fest, dass ich überhaupt nichts finden konnte. 

(Ausschnitt Video am Ende des Blogs 3:51)

Ich war mir sicher, dass er die grössten Schmerzen seines acht-jährigen Lebens hatte und konnte nicht mehr zum Essen zurück kehren. Virgina und Ruth kamen zu mir, redeten auf mich ein, ich müsse zurück zu den Gästen, das ganze konnte ohne mich nicht stattfinden.

Das war jetzt jedoch egal, denn ich brauchte einen Tierarzt!

Sie versprachen mir, alles dafür zu tun um einen ausfindig zu machen, Samstag nach 21:00 Uhr in San Josep, Ibiza.

Ich rechnete mir keine guten Chancen aus und kehrte mit Jamiro in Speisesaal zurück. Die Gäste assen und johlten und genossen den Abend. Nur mein Tisch war vollkommen still, so sassen mein Mann, unsere Eltern, unsere Trauzeugen und Anhang vor ihrem Essen, mit gesenkten Köpfen und schielten hi und da zu mir auf. 

Ich brachte keinen Bissen mehr hinunter, starrte auf meine hyperventilierenden und jaulenden Hund und hatte Todesangst um ihn. Mir liefen die Tränen runter und ich verzog mich ins Bad, alleine.

 

Als ich die Treppe wieder runter kam applaudierte auf einmal der ganze Saal. Alle unsere Freunde und Familie sassen im Raum und klatschten kräftig und aufmunternd zu mir schauend, in die Hände. So simpel die Handlung, so gross der Effekt. Es riss mich völlig aus meiner Trauer und ich fühlte mich verbunden und verstanden von unseren engsten Leuten. Es sollte zwei Stunden gehen bis die Virgina und Ruth mit der positiven Nachricht ankamen, einen Tierarzt gefunden zu haben, der nun unterwegs sei.

 

Zwischendurch hielt mein Schwiegervater eine einmalige, herzliche und unterhaltsame Rede, die ich nie vergessen werde. Da der Raum für die vorbereitete Präsentation unserer Trauzeugen und dem Bruder von Simon, Dave, zu klein war, entschieden wir uns die Leinwand draussen unter dem kleinen Vordach des Speisesaals aufzustellen. Dies bedeutete aber, dass sämtliche Gäste ihren eigenen Stuhl nach draussen tragen mussten und ihn dem verbleibenden Nieseln Platz fanden. Zum Glück sind wir Schweitzer abgehärtet was Regen betrifft und Fähig zu Improvisieren. 

Sehr unterhaltsame und einmalige Präsentation der Trauzeugen für das Ehepaar. Humor, Lachen, Freude und Freundschaft. Ibiza Wedding Shop.
Trauzeugen Präsentation für das frisch getraute Ehepaar.

 

Die Präsentation war unheimlich lustig und einzig das leiser werdende Jaulen meines Hundes trübte noch meine Stimmung. Auf der Leinwand waren traditionell ein paar peinliche Kinderfotos von uns zu sehen, doch zusätzlich befanden sich Sprechblasen dazu, die wir per Mikrofon aufsagen mussten. 

Weiterfuhr die Präsentation mit dem Tinder App, bei dem wir ein paar wenig attraktive Partnervorschläge weg wischen konnten, um dann jeweils bei unserem jetzigen  Partner zu landen. 

 

'Es ist ein Match'

 

Danach wurde das ironisch gemeinte, häusliche und anständige Leben in unserer gemeinsamen Partnerschaft als schnelle Foto-Slideshow gezeigt.

 

Es folgten viele Fotos von uns auf Partys, Festivals, bei Freunden und war sehr anregend und unterhaltsam. Ich bin sehr dankbar was unsere Trauzeugen und Dave hier geleistet haben. Ein unvergesslicher und sehr bedeutsamer Moment.

Um 22:00 Uhr wäre nach Plan der Dessert und die Ansprachen beendet gewesen und Simon und ich hätten uns zurück gezogen um den Tanz noch einmal zu üben und 10min darauf vorzuzeigen. -

 

Nach 23:00 Uhr kam dann endlich die Tierärztin.

Es war eine sehr fürsorgliche und herzliche junge Frau und ich vertraute ihr auf Anhieb. Sie tastete Jamiro ab und äusserte, dass es sich womöglich um eine Diskushernie handelte, ausgelöst durch einen Schlag. Die Vorstellung jemand habe Jamiro absichtlich Schmerzen zugefügt, tat mir im Herzen weh. Sie schlug vor ihn mitzunehmen und alles erdenkliche zu tun, damit es ihm schnellstmöglich besser ginge.

Ich stimmte zu, wohlwissend, dass er sich nun in den besten Händen befand und ich nicht mehr für ihn tun konnte.

Zwei Stunden lang bangte ich um sein Leben und hoffte auf Rettung, nun war sie da und nahm in mit. Ich musste jetzt zurück finden zu meiner eigenen Hochzeit. Wischte alle Sorgen und Gedanken bei Seite und entschloss mich die verbleibende Zeit in vollen Zügen auszukosten.

 

Wir wurden aufgefordert mit dem Kuchen anschneiden weiter zu fahren und sie präparierten alles unter dem Vordach draussen. Die Gäste standen drum herum als wir den Kuchen anschnitten und ich lachte und genoss den Moment endlich wieder. Ich beobachtete wie jemanden mit Virginia sprach, worauf sie zu uns kam und sagte; es tue ihr leid, aber wir haben nun 23:55 Uhr und ab 00:00 ist in Ibiza Nachtruhe, wir können unseren Tanz hier nicht mehr aufführen.

 

Ich war schockiert und flehte sie an, dass wir nur wenige Minuten überziehen würden. Sie klärte es rasch ab, gab uns ein okay und forderte uns auf sofort damit zu beginnen. Kein Probetanzen, kein Durchatmen, wir wurden einfach ins kalte Wasser geschmissen.

Der Kuchen wurde kurzerhand zur Seite geräumt und der Platz für unseren Tanz vorbereitet. Weil wir andere Kleider für unseren Tanz ausgesucht hatten, rannten wir loss um uns umzuziehen. Ohne einen Blick  in den Spiegel rannten wir auf den kleinen Platz unter dem Vordach und schoben die Leute beiseite. 

Simon stellte sich in die völlig verkehrten Ecke auf und ich zog ihn erst mal zum richtigen Anfangspunkt. Der Tanz war ursprünglich am Treppenende vorgesehen gewesen, doch mittlerweile war alles eine einzige Improvisation. Ich war so angespannt, dass ich mir wenigstens keine Gedanken darüber machen konnte, wie viel noch schief gehen konnte und das wir erst wenige fehlerfreie Durchläufe hatten. 

 

Die Musik begann.

Zuerst legten wir etwa 1,5 min eine romantische Bachata-Choreographie aufs Parkett, um dann zu simulieren das wäre schon alles gewesen. Die Tonaufnahme die Simon selbst geschnitten hatte, ging langsam vom Song Romeo Santos - Promis ft. Usher zu einer schnelleren Justin Biebers Version von Despacito über. Zwischen den beiden Liedern setzten wir eine kurze Freestyle-Einlage ein, in der die Leute nicht sicher sein konnten, ob die Show noch weiter geht. Als dann der Einsatz vom Despacito-Song kam, legten wir noch einmal los, dieses mal mit einer drei Minütigen Salsa Einlage. 

 

Starke Choreographie zu Bachata und Salsa für den Hochzeitstanz in San Josep Ibiza Strandhochzeit.
Bachata und Salsa Hochzeitstanz mit Konfetti Kanone.

Die Choreo lief wie geschmiert, tatsächlich war es der beste und überzeugendste Ablauf den wir je hatten.

Als wir fertig waren, die Musik endete und er mich langsam am Rücken hinunter beugte, schoss pures Endorphin durch meinen Körper. Ich sprang auf und schrie vor Glück und Erleichterung. Wir sprangen uns an und er hielt mich hoch, ich spürte keinen Boden mehr unter meinen Füssen, während wir uns so im Kreis drehten. Unsere Gäste applaudierten, pfiffen und johlten, es war ein wunderschöner und unvergesslicher Moment. Ja es war jener Moment der mich schlafartig wieder zurück holte.

 

Dies war unsere Hochzeit, dies war der Moment und nun hatten wir unser Programm mit einigen Holpersteinen überstanden. 

 

Drinnen fing daraufhin der Saxophone-Player den wir gebucht hatten, und der eigentlich nach unserem Tanz direkt, spielend die Treppe runter kommen sollte, unser Lied; lean on von Major Lazer zu spielen. Aber eigentlich hätten wir auch um ca. 22:00 Uhr getanzt und eigentlich wären wir dann noch weit entfernt von der Nachtruhe-Stunde gewesen. Ja eigentlich wäre es ein Wahnsinns Einsatz gewesen, hätte er direkt nach unserem erfolgreichen Tanz, die wundervoll geschwungene Treppe betreten und alle mit seinem bemerkenswerten Saxophone-Künsten bezaubert. Eigentlich musste ich nur einsehen, dass man ein Jahr lang ein Drehbuch über seiner Hochzeit schreiben kann, damit eigentlich alles ganz anders kommt...

 

Tja und auch der Kuchen hätte eigentlich wohl super geschmeckt, wenn jemals jemand einen Bissen davon gehabt hätte. 

Drinnen spielte der Saxophonist eine super Einlage nach der anderen, immer passend eingestimmt zu den grandios aufgelegten Musikstücken des DJ's, allesamt Favoriten von uns, die wir ihm zugesandt hatten. Die Bar war eröffnet und es wurde getrunken, getanzt und gefeiert wie es sein sollte. Die Männer liessen die Gummizüge ihrer Hosenträger schnallen, gaben einen rosa Hut in die Mitte, mit dem jeder mal tanzte und die Frauen amüsierten sich. Die Stimmung war einfach nur geil, für eine ganze Stunde, denn dann war der Car für den Rückzug bestellt.

 

Die After Party

Zum guten Glück hatten wir den Car um 1:20 bestellt und uns entschieden in der Villa mit Pool, in der wir lebten, die After Party ohne zeitliche Begrenzung weiter zu feiern. Um ca. 2:00 Uhr Nachts waren wir angekommen und die Party ging tatsächlich ungebremst weiter. Sie entwickelte sogar ein interessantes Eigenleben, denn fast alle Gäste die auch an der Hochzeit waren, entschieden sich weiter zu kommen. Einige fingen an Shots zu zubereiten und servierten sie auf Tablets, andere rissen sich die Musikanlage unter den Nagel und andere sprangen noch immer in ihrer Kleidung in den Pool.

Die Stimmung war unschlagbar und die Party war einzigartig und legendär.

Ich würde behaupten, dass keiner der Anwesenden jemals diese Nacht vergessen wird, ausser diejenigen die bereits mit einem Black-Out aufgewacht waren. 

Auch meine Erinnerungen sind zum Teil lückenhaft, ich habe Bilder von Nackten im Pool und sexy tanzenden Freundinnen im Kopf.

Doch die Gefühle zu dieser Nacht werden für immer in meinem Herzen haften.

 

Mein Mann und ich gingen um 6:00 Uhr in der früh erschöpft aber glücklich zu Bett.

Als ich um 11:00 Uhr wieder erwachte und runter ging, waren einige Gäste noch da und hatten bereits angefangen aufzuräumen und den Boden feucht aufgenommen. Kann man bessere Freunde haben?

Zum Glück war unser spanisch sprechender Freund Toni anwesend und ich bat ihn gleich die Tierärztin anzurufen, um endlich zu erfahren was mein Hund den nun hatte und wie es ihm geht.

 

Dass die Tierärztin bei der Antwort lachen musste, verwirrte mich. Ja wer hat schon mal davon gehört, dass ein Hund, beim ersten Besuch eines Strandes, so viel Sand essen kann bis er davon Koliken bekommt?

'Was wäre wenn' und ich hätte ihn wohl doch trotzdem an meine Hochzeit mitgenommen, weil er einfach mein Goldschatz ist, der zu mir gehört.

 

Er hat sich bestens wieder davon erholt. 

Unser Hochzeitsvideo findest du hier