Koh Samet January 10, 2018

Macbook Pro genutzt zum Bloggen, Filme schneiden, Fotos hochladen auf Instagram, Youtube, Facebook. Arbeiten im Ausland. Bangkok Thailand.
Stefanie und Simon mit Macbooks Pro.

 

 

Zweiter Stopp unserer Weltreise als Backpacker 

January 10 - 15 , 2018 Koh Samet Island

 

Unterkunft

153/20 Silver Park Avenue, Koh Samet, Rayong 21160, Thailand

 

Anreise

mit Big Bus und Fähre von Bangkok aus

 

(Details zur Anfahrt inkl Preise etc., siehe Blog; Bangkok Teil vom 10/1/2018)

 

Themen

  • Anreise mit der Fähre von Ban Phe
  • Tricks der Thailänder; Abzocke Versuch (das letzte Boot)
  • Die Unterkunft
  • Strandbesuch Kosten
  • Diverse Inselbesuche
  • Kleider Wäscherei Erfahrungen
  • Motorradausflug zum Sonnenuntergang ohne happy end

Anreise mit der Fähre

An der Busstation Ekkamai in Bangkok konnten wir sehr günstig Big Bus (aka Reisecar) Tickets inklusive der Fähre HIN&ZURÜCK erwerben.

Die Anreise mit dem Bus war unproblematisch aber lange, da der Bus aus unerfindlichen Gründen verwundene Überlandstrassen der freien Autobahn bevorzugte. In Ban Phe angekommen suchten wir den Pier, um auf die Fähre umzusteigen. Dort angekommen hasteten ein paar männliche Thailänder auf uns zu und sagten uns, dass die Fähre bereits abgelegt hätte, und die nächste nur fahren würde, wenn wir mindestens 20 Passagiere seien. Sie versuchten hastig einem nach dem anderen Speed Boat Tickets für einen hohen zusätzlichen Preis zu verkaufen. 

 

Simon und ich schauten uns an und wussten genau, dass es sich hier um diese Masche handelte, von dem eine Youtube Vloggerin und diverse Seiten wie travelfish und lonelyplanet berichtet hatten; die Thais warteten ja gar nicht erst ab, dass sich eine Gruppe von 20 ansammeln konnte, sondern verlangte von allen Eintreffenden relativ bestimmt, dass sie ein Speedboat Ticket kauften. So machten wir ab, dass Simon zu den Wartenden auf dem Pier ging, um diese zu mobilisieren, während ich die neu Eintreffenden davon abhielt, voreilig ein Speedboat Ticket zu kaufen und ihnen in Englisch und Deutsch erklärte, dass dies wohl ein Trick sei, und wir besser noch kurz abwarten würden. 

 

Sie versuchten noch kurz Simon abzuhalten nach vorne zu gehen, doch er liess sich nicht aufhalten. Ich sah zu wie er mit einigen Leuten sprach und in der selber Zeit diskutierten die Thailänder am Pier mit der sich ansammelnden Gruppe neben mir. Zum Teil sendeten sie die Leute um die Ecke und gaben an ihre Company sei an einem anderen Ende, denn jeder hatte bereits ein Ticket. Was geschah war eine klassische Herden Trennung, denn genau damit erreichten sie, dass wir nicht die zwanzig notwendigen Passagiere sein würden. 

 

Simon kam mit einigen Leuten zurück die zum Glück noch kein Speed Boat Ticket gekauft hatten. Wir begannen laut die Menge abzuzählen die er  mit zu meiner angesammelten Gruppe brachte und siehe da; wir waren genügend Personen damit die Fähre starten konnte.

Mit einem frechen aber charmanten Lachen gaben die Thailänder nach, sahen ein, dass sie uns nun nicht an der Nase herum führen konnten, und begleiteten uns zur Fähre. Kurze Zeit später konnten wir endlich unsere Weiterreise nach Koh Samet fortsetzen.

Klarer Sieg für die Hartnäckigen. 

Die Unterkunft

Unsere Unterkunft, die wir erneut mit Airbnb gebucht hatten, war hübsch und sauber, aber klein. Wir hatten ein Zimmer, worin sich sich ein grosses Bett, ein Schrank, ein Kühlschrank, ein sehr kleiner Tisch mit Stühlen und an der Wand ein TV befanden. Dazu kam ein anständiges Badezimmer mit Dusche und Warmwasser. Das einzig richtig unwohnliche war die Beleuchtung durch grässlich kaltweisse Stromsparbirnen. Für einen kurzen Aufenthalt war es ganz toll, für längere Zeit wäre es wohl doch etwas eng geworden. Mit CHF 23.- war es auch über dem Budget.

Wir hatten eine kleine eingezäunte Terrasse, aber draussen tummelten sich Nachts so viele Mücken, dass man sich nicht länger als nötig dort aufhielt. 

Von Aussen sah alles sehr einfach aus. Es lagen viele Hunde schlafend herum, die zwischendurch auch mal aufeinander losgingen und für lautes Geheul sorgten.

Von unserer Unterkunft aus ging man zehn Minuten bis zum Strand, durch eine Strasse mit lauter süssen Läden und kleinen Imbissen. Es erinnerte mich ein wenig an Gili T bei Bali.

Hier schaute natürlich alles schon viel mehr nach einem Ferienort aus als in Bangkok. Wenn man dann aber zum Strand gehen wollte, kam man an einer Schranke und Männern in Uniformen vorbei, diese verlangten 200.- Baht pro Person für fünf Tage Zutritt ins Areal, das sind umgerechnet CHF 6.-

Da wir bloss für fünf Tage Koh Samet geplant hatten, ging das Ticket für uns auf, aber wir fanden es erstaunlich teuer.

Island Hopping

Unsere Unterkunft gehört Lizzie und sie betreibt an der Strasse ein Office bei dem man diverse Unternehmungen buchen konnte, die meisten hatten mit Wasser zu tun. Wir entschieden uns für je 600.- Baht, umgerechnet CHF 18.- eine Speed Boat Tour zu fünf Inseln zu buchen.

Um 10:30 Uhr wurden wir mit einem Moped abgeholt, welches uns zu einem nicht weit entfernten  Strand brachte. 

Mit wenigen anderen Passagieren fuhr das Speed Boat zur ersten Insel. Wir unterhielten uns prächtig mit der Familie die bei uns im Bug sass und stellten fest, dass der Mann der Besitzer einer grossen Metzgerei war, er aus Wales kam und eine Thailändische Ehefrau hatte. Sie hatten zwei zuckersüsse Kinder im Alter von sieben und elf Jahren. Der Vater war äußerst charmant und witzig.

Sie erzählten uns von ihrer Villa in Pattaya, wohin sie am nächsten Tag weiterziehen würden, und inspirierten uns so für unsere weiteren Plänen.  

 

Das Speed Boat hielt an und die Crew verteilte Taucherbrillen mit Schnorcheln, weil wir ja ein Schnorchel-Programm gebucht hatten. Jedoch hatte ich ziemlich Angst vor dem Schnorcheln, was ich seitdem ich sieben Jahre alt war nie wieder probiert hatte. Ich bin kein ängstlicher Mensch und wage viel, aber Wasser beeindruckt mich sehr. Die Vorstellung zu ertrinken, der Moment, in dem man feststellt, dass man Luft holen muss, sich da aber keine befindet und man stattdessen Wasser in seine Lungen zieht, empfinde ich als unvorstellbar qualvoll und beängstigend. 

Wer weiss, vielleicht bin ich in einem vorherigen Leben mal ertrunken, denn meine Angst ist für mich selbst unerklärlich.

Sobald ich meinen Kopf unter Wasser halten muss, tritt eine gewisse Panik ein. Ich zog also im Wasser die Taucherbrille über meine Augen und Nase und versuchte durch den Mund zu atmen. Kann ja nicht allzu schwer sein, oder?

 

Bis hierhin ging es ja noch, also probierte ich den Schnorchel in den Mund zu nehmen und dadurch zu atmen, was sich bereits beklemmend anfühlte. Soweit so gut, dachte ich mir und hielt meinen Kopf nur leicht unter Wasser, um etwas unter mir sehen zu können.

Sogleich stellte sich Panik in mir ein, ich konnte nicht mehr richtig atmen und riss mir das Ding vom Kopf. 

Simon schaute mich erstaunt an - er hatte nicht gedacht, dass ich tatsächlich in Panik geriet.

Er kam zu mir und sagte mir Schritt für Schritt auf, wie ich vorgehen sollte und hielt meine Hand fest, als ich meinen Kopf dann wieder nach unten tauchte. Ich stellte fest, dass ich nur sehr ruhig atmen musste und liess mich etwas treiben. Das Meerwasser hielt mich automatisch an der Oberfläche, und zum ersten Mal in meinem Leben sah ich die Unterwasserwelt.

Es war bezaubernd: Korallen, Fische und sonstige seltsame Wesen tanzten friedlich unter Wasser und hatten kaum Berührungsängste.

 

Meine nächste Panik stellte sich erst ein als Simon mir die riesigen Seeigel zeigte, auf die ich keinesfalls treten durfte.

Hyperventilierend krallte ich meine Beine um ihn bis er mich wieder beruhigte. 

Auf der einen Insel gab es ein Mittagessen: Frische Ananas und Wassermelonen standen auf dem Tisch, als Hauptspeise gab es ein leckeres Reisgericht mit Poulet, und jeder erhielt eine Flasche Wasser. Bier oder ähnliches bekam man gegen einen Aufpreis dazu. Nach dem Essen haben wir einen kleinen unebenen Weg aufwärts erklommen und fanden dort eine Klippe vor, die aufs Meer hinausragte, von der aus wir die Drohne steigen liessen. Erst durch die Drohnen-Aufnahmen konnten wir im Nachhinein das enorme Ausmass der Schönheit dieser Insel feststellen. Als kleiner grüner Hügel stand sie da inmitten im Blau des Meeres, über und über zugewachsen mit tropischen Bäumen. Einfach sagenhaft schön.

 

Die weiteren Inseln die wir besuchten waren ähnlich und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Kleider Waschen

In Koh Samet liessen wir das erste Mal unsere Kleider waschen. Wir hätten noch genügend Sachen zum Anziehen gehabt, aber man will ja auch nicht ständig mit all der Drecks-Wäsche im Gepäck weiterreisen. Grundsätzlich haben wir bereits jetzt schon festgestellt, dass wir mehr als genügend Kleider mit haben, obschon wir Zuhause zweimal gepackt und einen Viertel des Materials bereits im Vorfeld zurückgelassen hatten. In Bangkok hatte ich Laundry-Shops (Wäschereien) gesehen, die das Kilo für 40.- Baht wuschen, umgerechnet CHF 1.20.

 

In Koh Samet fanden wir die Laundry-Shops mit Preisen zwischen 60-70.- Baht das Kilo an. Eine Wäscherei verlangte für eine ganze Trommel bloss 60.- Baht, also CHF 1.80, jedoch ohne Trocknen oder Falten der Wäsche. Das wäre eigentlich ein toller Preis gewesen, aber wir stellten zu spät fest, dass wir in unserer Unterkunft einen Wäscheständer hatten. 

So entschieden wir uns für eine Rezeption eines Guest Houses, die den Wäscheservice anbot, aber als wir mit der Schmutzwäsche zurück kamen war keiner mehr da. Wir warteten für 30min, in denen einfach niemand mehr auftauchte, und zogen dann weiter.

Bei der nächsten Rezeption schlief eine Frau auf der Couch daneben, und ihr kleiner Sohn spielte derweilen an einem iPad. Wir fragten kurz nach, ob sie hier arbeite, worauf sie verschlafen unsere Wäsche entgegen nahm. In kargem Englisch sagte sie uns, dass wir die Wäsche am nächsten Abend wieder abholen konnten. 

 

Wir waren gewappnet uns nicht über den Tisch ziehen zu lassen, da wir in Bali die Erfahrung gemacht hatten, dass sie unfairerweise das Gewicht der Wäsche samt Wäschekorb gemessen und wir dadurch gut ein Kilo mehr bezahlt hatten. 

 

Doch diese Dame gab uns kein Gewicht, keinen Preis und keine Abholnummer mit. Wir fragten nach, wobei sie die Säcke mit ihren Händen wog und uns 3-4kg angab. In solchen Situationen gibst du dich manchmal geschlagen, willigst ein und hoffst das Beste.

Als wir etwa fünf Stunden später an dem Gebäude vorbei gingen, lag unsere Wäsche noch immer auf dem Sofa - allerdings war der Sack umgekippt und einige unserer Kleider auf dem Sofa verteilt. Na dann viel Glück..

 

Als wir am nächsten Abend vorbei kamen waren wir überaus positiv überrascht, dass unsere Wäsche fein säuberlich gefaltet in einem Plastiksack auf dem Sofa lag, angeschrieben mit 250.- Baht, umgerechnet CHF 7.50. Nur anwesend war keiner. Wir legten das Geld passend hin und nahmen unsere Wäsche mit. Wann immer wir aber können, werden wir auf unserer weiteren Reise selber waschen.

Motorradausflug zum Sonnenuntergang

Simon wollte unbedingt die Insel noch mit einem Fahrzeug erkunden. Immer wieder sah er tolle 250er Klasse Motorräder, und da er die Prüfung für die grossen Maschinen hat, wollte er mit so einem fahren. Wir fragten nach den Preisen; die üblichen Mopeds waren 100.- Baht die Stunde (CHF 3.-), aber gerade mal 300.- Baht für 24 Stunden. Die 250er Klasse wäre noch teurer gewesen, und weil wir die Maschine keine 24h nutzen konnten, da wir am nächsten Morgen weiterreisten, entschieden wir uns vernünftigerweise doch für einen stinknormalen 125er Roller.

Es kommt bestimmt wieder eine Gelegenheit für eine bessere Maschine. 

Die einzige Anweisung die wir vom Verleih mit auf den Weg bekamen war; fahrt links! Keine Versicherung, kein wieder auftanken, keine Helme. Auch dass die Bremsen ziemlich schlecht waren mussten wir selber herausfinden.

So fuhren wir über die Insel. Da Simon grundsätzlich gerne mal den unscheinbareren und versteckteren Wegen folgt fanden zuerst einmal die Müllhalde der Insel, die vom Enten bewohnt wird - eine simple Art um aus Müll wieder Essen zu machen.

Zurück auf der Hauptstrasse entdeckten wir bald das Lima Resort. 

Eine traumhaft schöne Anlage an einem idyllischen Strand, umgeben von künstlerisch angelegten Palmen und anderen Bepflanzungen. Wir tranken Cocktails und Kokosnusssaft aus einer jungen Kokosnuss, in einer der schönen Bars des Resorts.

 

Langsam ging die Sonne unter, und weil wir den Sonnenuntergang an einem Aussichtspunkt sehen wollten, fuhren wir weiter. Wir kamen an einen abgelegenen felsigen Strand an, bei dem man zuerst durch einen dramatisch düsteren Wald ging und auf der anderen Seite wieder heraus kam. Einige Leute sassen bereits da und starten zur sinkenden Sonne hin.

Es war ein wundervoller Moment, die Farben am Himmel brachen in allen Regenbogenfarben am Horizont und gingen über in ein metallisch silber blaues Meer. Die Schönheit der Natur nimmt einem manchmal die Worte, darum seht selbst:

Wunderschöner bewegender Sonnenuntergang mit Kunst aus Steinen in Koh Samet Bangkok.
Bewegender Sonnenuntergang mit Steinkunst in Koh Samet.

 

Wir setzen uns beide hin waren entspannt und fasziniert, und sahen ihr zu bis sie vollkommen hinter dem Horizont verschwand und somit im Meer versank. Auf einmal war alles ganz ruhig, nur das beruhigende Rauschen des Meeres war zu hören und ein feiner Geruch nach Salz lag in der Luft. 

Die Zuschauer gingen langsam, bis wir völlig alleine dasassen an diesem riesigen steinigen Strand und vor uns hin philosophierten.

 

'Wie klein und nichtig wir und unsere Probleme doch waren, wie ein Tropfen im Ozean, welcher vor uns und noch lange nach unserer Zeit hier sein wird.' 

 

Auf dem Wasser sah man nun immer mehr Lichter kleiner Boote und Simon wollte diese auf Bild einfangen. Er gab mir diverse Dinge zum halten in die Hände und fotografierte ausgiebig. 

Langsam wurde der Druck in meiner Blase immer grösser. Da es in Thailand bisher schon ein Glücksfall war, eine Toilette anzufinden die man auch abschliessen konnte, die Toiletten Papier und allem voran noch eine Spülung besass, zögerte ich meine Toilettengänge des längeren hinaus.

 

Doch ich konnte nicht mehr länger warten und Simon schien mich in seiner Konzentration nicht zu hören. Endlich reagierte er auf mich und ich drückte ihm seine Sachen in die Hände um davon zu rennen. Mit etwas Papier in der Hand bewaffnet, ging ich runter zum Wasser, zwischen die dunklen Steine, die mich verstecken würden. Leider hatte ich nicht bedacht, dass die Steine dort unten oft mit Wasser in Berührung kamen und somit äusserst rutschig waren. Ein 1,5m grosser steiler Stein hatte beabsichtigt mir dies aufzuzeigen und ich konnte mich nirgends halten, versuchte noch auszubalancieren und kam unten hart auf den anderen Steinen an. Immer noch weiter rutschend, versuchte ich mich an den Steinwänden festzuhalten und hörte noch während meiner Rutschpartie wie Simon kurz aufsah, nachfragte ob alles okay war und sich dann ohne eine Antwort abzuwarten wieder seinem Panorama widmete.

 

Endlich stillstehend, blau und blutend am rechten Bein stellte ich fest, dass sich dies mit dem starken Blasendruck bereits erledigte hatte und sprang wütend auf Simon zu. Der war noch immer mit Fotografieren beschäftigt und sah noch nicht mal auf.

Ich schrie ihn an, rannte davon und hielt erst inne als der mittlerweile völlig dunkle und noch viel düsterer Wald vor mir war. Hier wollte ich bestimmt nicht alleine durchgehen und so beruhigte ich mich.

Simon kam nun zu mir gelaufen, ich tat ihm sichtlich Leid und wir fuhren direkt nach Hause, wo er mir dann die Steinchen-Reste zum Fuss raus pulte.

 

Mittlerweile sind wir auch schon in Pattaya angekommen, hier haben wir eine kleine Wohnung mit Küche für eine ganze Woche gebucht.

Wir freuen uns wahnsinnig, vor allem aufs selber Kochen.  

verfasst am 15.1.2018