Bangkok January 5, 2018

Start unserer Weltreise als Backpacker

January 5 - 10, 2018 one way to Bangkok

 

Erste Unterkunft

Airbnb: Pailin Guest House

Thep Maha Nakhon 10200, Thailand

 

Reisezubehör

Je ein Deuter Helion 80 Rollrucksack.

Stefanie: Loctote Sport Tagesrucksack

Simon: Click Pack Anti-Theft Packpack

 

 

Themen

 

  • Unser Reiseantritt
  • Flug und Anreise
  • Unterkunft
  • Jetlag
  • Erstes Essen - Zuckerschock
  • Trinkgeld und Sitten
  • Idyllische Bar am Fluss
  • Thai Massage
Günstiges einfaches Guest House in Bangkok Thailand, an sehr guter Lage am Fluss.
Pailin Guest House in Bangkok.

Bangkok - our first day

Nach wahnsinnig zeitaufreibender Vorbereitungsphase flogen wir nun endlich am 4.1.2018 ab, one way to Bangkok.

Wir buchten einen Direktflug mit der Swiss, dies sollte für lange Zeit unser letzter Luxus-Trip bleiben. In Zukunft wollen wir günstig, vernünftig und quantitativ reisen. Unsere Unterkünfte sollen genauso günstig sein, wie auch unser Essen und weitere Einkäufe. Ein World Trip sind bekanntlich keine Ferien. Wir haben auch vor unsere Route und Unterkünfte jeweils spontan zu buchen, um möglichst frei in unseren Entscheidungen zu bleiben, aber auch um ein richtiges Backpacker-Feeling zu bekommen.

Da der Flug mein Geburtstagsgeschenk an Simon zu seinem 32. Geburtstag war, entschied ich mich aber für die bessere Variante.

Die ersten 5 Übernachtungen sind auch bereits gebucht, im Pailin Guest House, da wir uns erst einfinden und auch den Jetlag bewältigen müssen.

 

Ja und da bin ich nun, schlaflos um 2:28 Ortszeit, was bei uns 21:28 Uhr wäre und beginne mit meinem ersten Reisebeitrag:

 

Der Flug war völlig okay und angenehm. Für mich der vierte Langstreckenflug, aber der erste mit der Swiss Fluggesellschaft.

Ich hatte die Söckchen und Zahnbürsten vermisst, die man sonst bei der Singapore-Airline erhält, aber abgesehen davon, gab es am Flug überhaupt nichts auszusetzen. 

Wir landeten also 10:15 Uhr Morgens in Bangkok, was bei uns 4:15 Uhr gewesen wäre und somit eher ein Zeitpunkt, an dem ich schlafen gehen würde, anstatt aufzustehen. Mein Flug verbrachte ich mit ca. drei Filmen und 30 Minuten Schlaf, Simon dagegen schlief fast den ganzen Flug über. Mir war bewusst, dass wir, um den Jetlag zu bekämpfen, am besten bis spät Abends wach bleiben würden und somit sammelte ich sämtliche verbliebene Energie in mir ein, als ich aus dem Flugzeug trat. Wir schauten uns fragend an, wie würden wir jetzt zur Unterkunft weiter pendeln? Normalerweise wären wir jetzt zum nächsten Taxi gegangen, oder allenfalls hätten wir nachgesehen, ob die hier Uber haben.

Aber wir steuerten vorbildlich die Rail Bahn an, wir müssen uns ja jetzt das Geld einteilen und unsere guten Vorsätze beachten.

Zuerst aber benötigten wir erstmal ein Roaming-Paket auf dem Handy, um überhaupt nachvollziehen zu können, welche Rail wir benutzen müssen. Also auch wieder Kosten -

 

Das Zugticket kostete für uns beide gerade mal 90 Baht, also umgerechnet; CHF 2.70.

Der Automat warf zwei Jetons aus, die unsere Tickets darstellten und wir mussten sie an einer Schranke hinhalten, die uns dann Zutritt zum Gleis gab, ähnlich wie in Singapore.

Völlig übermüdet und überwältigt von den vielen Eindrücken, fanden wir dann das richtige Gleis und wurden erst einmal, von einem äusserst pflichtbewussten Thailänder in leuchtender Uniform, in Reih und Glied befohlen.

Läuft ja ganz gut, dachte ich mir und bemerkte in dem Moment, dass ich gerade meine Tage bekam. Was für ein toller Start in eine Weltreise!

Ach da wird bestimmt eine Toilette im Zug sein, hoffte ich und blieb brav in meiner Reihe, in Position. Tatsächlich als sich die Zugtür öffnete, sah ich direkt eine Toilette, um dann festzustellen, dass sich deren Tür nicht öffnen würde.

Eigentlich hatte ich ja nicht vor eine Komödie zu schreiben, aber in genau so einer, kam ich mir in dem Moment vor.

Für all die Herren, die dieses Thema gerade zu indiskret finden für einen Blog, werdet erwachsen! Ja wir Frauen bekommen ab und an unsere Tage und wir könnten selbst herzlich gerne darauf verzichten.

 

An der letzten Station der blauen Rail mussten wir dann aussteigen. Ich sah noch immer keine Toilette, weit und breit.

Das erste Taxi weigerte sich aus uns unerklärlichen Gründen uns mitzunehmen, und schlug den Kofferraum wieder zu.

Wir hatten ihm die Adresse gezeigt und gefragt, ob er nach Meter fahren würde. Schien ihm nicht zu passen. Das zweite Taxi bejahte beide Fragen und liess uns einsteigen, kannte aber anscheinend nur die Khaosan Road. Wir zeigten ihm die Adresse vom Pailin Guest House, lasen sie ihm dann auch vor und schalteten schlussendlich unser eigenes Google Map ein um die Unterkunft zu finden. Er wiederholte ständig nur: "near Khaosan Road?" Fragte ob unser google Map auch Thailändisch kann und hielt dann vor einem Hotel an, um die nach dem Weg zu fragen. Der Portier riet uns, das Pailin Guest House anzurufen und dem Taxi Fahrer das Handy zur Orientierung zu geben.

Wir taten, wie uns geraten und daraufhin fuhr er in eine bestimmte Richtung los, nicht ohne weiterhin immer über die Khaosan Road zu murmeln. Vielleicht ist dies ja seine Lieblings Strasse?!

Unterwegs sagte Simon zu mir, dass der Taxameter nicht lief und ich wies ihn an, nach dem Preis zu fragen. Zum Glück waren wir schon etwas abgehärtet, von unserem Besuch in Bali, was diese ganzen Tricks anging. Der Taxifahrer stellte sich dumm und wiederholte immer nur wieder, dass er den Weg kenne. Ich schaute Simon an, der entnervt, müde und etwas resigniert da sass und sagte zu ihm; dies wird nun stetiger Teil unserer Reise sein und wir dürfen uns nicht verarschen lassen. Ein Taxifahrer wird wohl noch die Wörter: Price oder Money verstehen!

Also wurden wir energischer und der Fahrer kniff seine Augen zusammen und sagte über den Rückspiegel schauend: 400.- Baht.

Na also, der Herr verstand uns doch. Simon rechnete im Handy rasch um, das dies CHF 12.- sind und schaute mich fragend an.

Ich sah eine Tabelle im Taxi mit km/Preis Angaben und da wir unser Google Maps nutzten, kannten wir auch die zu fahrenden Kilometer.

Wir berechneten 100.- Baht, was wir ihm, langsam entnervt sagten. Daraufhin einigten wir uns auf 150.- Baht, aber damit war das Feilschen noch nicht vorbei. Als wir an der Samsen Road ankamen, wollte er uns direkt rauslassen. Wir bestanden darauf, er solle uns bis zu dem Punkt fahren, welcher das Navi im Google Maps angab. Dort fanden wir eine Seven Eleven Tankstelle vor und konnten nichts vom Pailin Guest House erkennen.

Wir sahen am Gebäude aber die richtige Strassennummer angeschrieben, die auch auf der Adresse war und stiegen aus dem Taxi.

Simon streckte ihm 500.- Baht hin, welche wir vor unserer Abreise von unserem Freundespaar Michi&Sandrine erhalten hatten, die eine Woche zuvor in Bangkok waren. Da wir noch kein Geld gewechselten hatten, war dies alles was wir bei uns trugen. Der Taxifahrer lief mit der Note zu einen Kokosnuss-Stand um dann mit 5 100.- Baht Scheinen zurück zu kommen. Er schaute uns frech an und begann vier Noten für sich raus zu ziehen. Wir wurden wieder energisch, streckten ihm 200.- hin und sagten 150.- seien abgemacht. Er schien tatsächlich kein bisschen Wechselgeld auf sich zu tragen, ging mit den Noten zu einem Getränke Stand und kam dann mit 50.- Baht Wechselgeld zurück. Er lachte Simon verschmitzt an und gab ihm einen sanften Klaps ans Kinn, welchen ich jetzt als ein "Nichts für Ungut" interpretiere. 

 

Wir sollten noch etwa 40 Minuten in der Gegend herum suchen, unser Gepäck bereits verfluchend, bis wir endlich das Guest House vorfanden. Beim Empfang sassen drei braungebrannte Deutsche, die auch auf ihr Zimmer warteten. Wir kamen mit ihnen ins Gespräch; sie waren bereits 8 Wochen am Reisen und berichteten von einzigartigen, psychedelischen Partys mitten im Dschungel. Simon's Augen leuchteten.

Jetzt konnten wir unser niedliches, kleines Zimmer beziehen inklusive Hahnengeschrei vor dem Fenster. Endlich eine Toilette, dachte ich mir, sah dass die Duschbrause gleich darüber hing und lachte. Ja Komfort sieht anders aus, trotzdem war es endlich ein Ankommen.

Kaum 10min im Zimmer, musste ich bereits die erste Mücke erschlagen und bekam Paranoia, welche ich mit einer Überdosis Anti-Mücken Spray bekämpfte. Danach ging ich duschen, um mich danach erneut in Anti-Mücken Spray zu baden. Simon lag bereits dösend auf dem Bett und ich besprühte auch ihn ausreichend. 

 

Alle guten Vorsätze begrabend, legte ich mich zu ihm ins Bett, um dann endlich auch zu schlafen. Als ich meine Augen wieder öffnete, hoffte ich, dass es noch nicht allzu spät war, damit wir nicht völlig den Kampf gegen den Jetlag verloren hatten. Ich hatte zwei Stunden geschlafen und war mehrfach erleichtert. Ich fing an mich im Zimmer einzurichten, hörte dabei Musik auf meiner blauen Wonderboom.

Danach bekam ich Hunger und weckte meinen Göttergatten. indem ich ihn streichelte. Gegen 18 Uhr verliessen wird endlich das Zimmer, nicht ohne uns ausgiebig in Anti-Mücken Spray zu baden und suchten erst einmal einen Money Exchange vor, um Geld zu wechseln.

CHF 100.- ergaben 3200.- Baht und diese teilten wir erst einmal auf.

Erstes Abendessen - Zuckerschock

Curry, Suppe, Sweet and Sour zum Abendessen in Bangkok Thailand in der Nähe vom Fluss.
Kleines Restaurant in Bangkok in der Nähe vom Fluss.

Danach gingen wir, getrieben vom Hunger in ein kleines, süsses Lokal, welches auch eine Bücherecke und ein Internetcafe bot. 

Ich schaute in die Karte und entschied mich für eine Kokosnuss Suppe als Starter, welche ich mit Simon teilte und als Hauptmenü wählte er fried noodles with egg and Chicken und ich Chicken sweet sour. Damit kann man nichts falsch machen, oder?

Zu trinken bestellte ich, einen Homemade Iced Lemon Tea, den hatte ich in Singapore und Bali bereits immer getrunken. Ich bestellte ihn aber mit "less sugar", also weniger Zucker und Simon nahm den gleichen, aber "without sugar" ganz ohne Zucker, er sollte damit recht behalten. Irgendwie kennen die Asiaten nur ganz ohne Zucker, oder eine in Zucker schwimmende Brühe. Es war so süss, ich konnte den Tee nicht trinken und fragte nach etwas Wasser zum mischen. Sie servierten das Essen; die Kokosnuss-Suppe war so scharf, dass wir nur wenige Löffel davon essen konnten. Ich wartete eine ganze Zeit darauf, dass mein Reis noch kommen würde und musste feststellen, in Thailand ist Chicken sweet sour, wohl nicht automatisch mit Reis zubereitet. Nicht weiter tragisch, verzichten wir eben auf die fiesen Kohlenhydrate. 

 

Trinkgeld und Sitten

In Thailand wird Trinkgeld nicht wirklich erwartet, ähnlich wie bereits in Bali. Trotzdem freut es das Personal wenn man aufrundet und sich mit einem Kop khun khrap bedankt. Was man aber nicht tun sollte, ist ihre Geste mit den zusammengefalteten Händen vor dem Gesicht, nachzumachen. Ein Nicken reicht da schon völlig.

IDYLLISCHE Bar am Fluss

Guest House und Bar in Bangkok Thailand am Fluss. Schöne Lichter, gute Musik, grosse Bier.
Einzigartige Bar am Fluss von Bangkok mit tollem Ambiente.

Wir machten einen Spaziergang zum Fluss Mae Nam Chao Phraya, dort waren hauptsächlich Thailänder und spielten mit ihren Kindern Federball. Es war ein ganz friedlicher Moment und langsam wurde mir bewusst, dass wir nun tatsächlich hier waren. Nach all dem Planen, sassen wir nun wirklich am Fluss vom Bangkok, sahen auf die schön geformte, beleuchtete Brücke und genossen für einen Moment die Ruhe und das Ankommen. Als wir weiter gingen, entdeckten wir eine idyllische kleine Bar am Fluss, die uns an unseren geliebten Frau Gerolds Garten in Zürich erinnerte.

 

Wir blieben auf ein Bier und ein Wasser dort. Das Chang Bier schmeckt ähnlich wie das Bintang auf Bali. Der Besitzer der Bar, ein braungebrannter, tätowierter Typ oben ohne, mit Rastas auf dem Kopf, bediente uns und erzählte, dass er jeden Abend um 20:30 selber Musik spielen würde, an diesem Platz. Die Musik die lief, war ein Gemisch aus psychedelischer Musik und Ragga und klang spannend und hypnotisierend. 

Wir lagen auf erhöhten Bretter, auf jeder Menge Kissen und Simon begann seine Augen zu verdrehen. Zeit zum gehen, bevor er mir dort einschlief, und weiter ging unser Spaziergang Richtung Unterkunft und wurde nur noch durch ein verlockendes Massage-Studio unterbrochen.

 

Thai massage in Bangkok

Die erste Thai Massage in Thailand und das für 250.- Baht pro Stunde, also umgerechnet: CHF 7.50, wer könnte da widerstehen? Die Massage war wundervoll entspannend und genau das richtige zu dem Zeitpunk. Wir gaben je noch 200.- Baht Trinkgeld weil wir gelesen hatten, dass wie auch schon in Bali, die Masseure kaum etwas von dem Geld erhalten, welches das Studio einnimmt.

 

So gingen wir glücklich und gelassen in unser Guest House zurück und kamen erst mal nicht in unser Zimmer. Das Vorhängeschloss unseres Zimmers sprang nicht mehr auf und mir mussten den Schlüssel in Nagelöl tränken, damit es wieder aufsprang. Endlich im Zimmer lief dann auch noch die Toilette über, durch Toilettenpapier welches sich in der Schüssel befand, aber natürlich keiner von uns da rein geworfen hat. Simon schlief bald schon ein, auch ich schlief kurz später ein, um dann wieder aufzuwachen. Und nun sitze ich da, am Ende meines ersten Reisebeitrags, und höre dem Hahn draussen beim Krähen zu. Mein Mann hält zufrieden schlummernd mein Bein umklammert und ich schaue ihn lächelnd an und bin mir absolut sicher, dass diese Reise eine der wichtigsten und bedeutsamsten Entscheidungen unseres Lebens sein wird.


verfasst am 5.1.2018